Mannheim

Forschung begreifbar machen

Das Team der „Welt“-Reporter – jene Redakteure dieser Zeitung, die sich mit Themen auf den Seiten „Politik“, „Wirtschaft“ und „Aus aller Welt“ beschäftigen, hat Zuwachs bekommen: Miray Caliskan ist seit diesem Monat Redakteurin im „Welt“-Ressort und berichtet über Themen, die sich mit Technologie, Digitalisierung und Gesundheit beschäftigen. „Mich hat Wissenschaftsjournalismus schon immer interessiert“, sagt Caliskan.

Was wie eine Floskel klingen mag, ist in ihrem Fall alles andere als das. Im Anschluss an ihr Abitur am Mannheimer Moll-Gymnasium im Jahr 2012, studiert Caliskan Wissenschaftsjournalismus am Karlsruher Institut für Technologie. Nach Hospitanzen unter anderem im Ressort „Natur und Wissenschaft“ bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und „Wissen“ bei der Wochenzeitung „Die Zeit“ tritt sie im Mai 2018 eine Volontariatsstelle in der Redaktion dieser Zeitung an, um in zwei Jahren zum Redakteur ausgebildet zu werden. Das Volontariat beendet Caliskan Ende Oktober vorzeitig, um als Redakteurin übernommen zu werden.

„Ich beschäftige mich gerne mit Themen, die uns in der Zukunft erwarten“, erklärt die Tochter türkischer Einwanderer, die neben Deutsch und Englisch fließend Türkisch spricht. Ob bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) oder der Start-up-Szene: „Die Region hat viel zu bieten, was wert ist, erzählt zu werden.“

Auch für Gesundheitsthemen hat die 26-Jährige ein Faible. Eines, das auf einen privaten Schicksalsschlag zurückführt. 2005 erkrankt Caliskans Schwester an Multipler Sklerose, liegt wochenlang im Mannheimer Uniklinikum. „Ich hatte Ferien und habe sie keine Sekunde allein gelassen“, erinnert sie sich. Zahlreiche Gespräche mit Medizinern. Lumbalpunktion, Computertomographie: „Große Begriffe, mit denen wir nichts anfangen konnten.“ Caliskan will Medizin, will Wissenschaft erklären. Begreifbar machen. „Deshalb bin ich Wissenschaftsjournalistin geworden.“ Sebastian Koch

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