Mannheim

Verkehr Anbindung für die bereits 700 neuen Anwohner auf dem ehemaligen Militärgelände / Mercedes-Busse „besonders umweltfreundlich“

Franklin: Freie Fahrt für Buslinie 67

Der Bus fährt langsam an einer Baustelle vorbei - doch wo gestern auf Franklin bei einer Pressefahrt noch ein Graben auf der Straße klaffte, soll es ab Sonntag freie Fahrt für die neue Linie 67 geben, die in Form einer Acht im neuen Quartier und zum Bahnhof Käfertal fährt und auch an der Grundschule hält. Dies zu den Hauptverkehrszeiten im 20-Minuten-Takt, abends halbstündlich. Gleichzeitig wird das Gewerbegebiet Taylor mit der ebenfalls neuen Linie 66 an den Halt „Platz der Freundschaft“ der Linie 5 angebunden.

„Siedlungs- und Verkehrspläne werden hier zusammen gedacht“, betonte Ester Bürgermeister und Dezernent für Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), Christian Specht. Der Energieverbrauch werde auf Franklin bei Häusern und beim Mobilitätskonzept möglichst reduziert, „Menschen sollen auch so weit möglich zu Fuß gehen oder das Rad nutzen“.

Stefan Prüfer (Angebots- und Produktentwicklung RNV) erklärte: „Der Umstieg auf Bus und Bahn fällt immer dann leicht, wenn bereits zum Einzugstermin ins neue Wohnquartier eine gute Nahverkehrsanbindung verfügbar ist.“ Aktuell wohnen auf dem ehemaligen Gelände des USA-Militärs Franklin bereits 700 Menschen, es sollen insgesamt rund 9300 dort leben. Die städtische Entwicklungsgesellschaft MWST ist für die Erschließung von Franklin und Taylor zuständig. Geschäftsführer Achim Judt erläuterte, dass der ÖPNV wichtig sei, und betonte: „Das Quartier ist eine Art Labor, um bestimmte Dinge auszuprobieren.“ Dazu gehören auch eine Mobilitäts-App fürs Smartphone und Sharing-Angebote für Fahrräder und Autos, ein barrierefreies Wegenetz soll auch entstehen.

Auf den beiden neuen Linien fahren zwei neue Mercedes-Busse des Modells „Citaro“, sie sind laut Stefan Prüfer besonders umweltfreundlich: Zum einen erfüllen sie die Abgasnorm Euro 6, im Vergleich zu Euro 5 kommen 90 Prozent weniger Stickoxide aus dem Auspuff. Außerdem verbrauchen sie statt um die 40 nur 33 Liter Diesel, weil beim Bremsen Strom gewonnen wird, mit dem Nebenaggregate betrieben werden. Damit wird weniger Kohlendioxid erzeugt. Die Betriebskosten beziffert Christian Volz, Geschäftsführer RNV, auf 250 000 Euro pro Linie und Jahr, Einnahmen durch Fahrscheinverkauf seien bereits abgerechnet. Für das Frühjahr ist die Verwendung von Bussen mit reinem Elektroantrieb geplant. Diese kosten jeweils 500 000 Euro und es müssen drei für die zwei Buslinien angeschafft werden, weil die Batterien aufgeladen werden müssen. Sie werden im Mannheimer Daimler-Werk hergestellt, sind noch in der Testphase.

Die Linie 67 soll wegfallen, wenn Franklin über eine neue Straßenbahn angebunden ist. Specht rechnet damit, dass diese 2024 fährt.