Mannheim

Pro Familia Gynäkologin Iris Wirth spricht bei einem Informationsabend über hormonfreie Verhütungsmethoden / Von Temperaturmessung bis Diaphragma

Frauen suchen nach Alternativen zur Pille

Die Gynäkologin Iris Wirth und Sexualpädagogin Katharina Hettler von Pro Familia sind sich einig: Immer mehr Frauen suchen nach einer Verhütungsmethode ohne Hormone. Weniger Lust auf Sex, schlechte Laune, körperliche Beschwerden – die Liste der Gründe dafür kann lang sein und ist individuell. „Viele suche dann im Internet nach Alternativen, weil die Beratung beim Frauenarzt oft nicht ausreicht, um sich zu entscheiden“, erklärt Wirth. Gemeinsam mit Pro Familia möchte sie nun Frauen helfen, die richtige Methode zu finden. Darum gibt sie am Dienstag, 24. April, um 18 Uhr in der Tullastraße 16a Beispiele über die verschiedenen Möglichkeiten hormonfreier Verhütung. „Es geht mir darum, aufzuklären und neutral zu informieren. Eine Empfehlung gebe ich nicht“, sagt Wirth.

Wer auf Hormone verzichten möchte, müsse aber mehr Aufwand betreiben. „Es bedarf mehr Zeit und auch mehr Wissen“, erklärt die Frauenärztin, die bei Pro Familia berät. Darum seien diese Methoden nicht für jede geeignet. „Vor allem für junge Frauen, etwa 15 oder 16 Jahre alt, die gerade erste Erfahrungen sammeln, ist die Pille eine gute Verhütungsmethode – natürlich zusätzlich zum Kondom, auch wegen Geschlechtskrankheiten.“

Aber mit 23 oder 24 Jahren steigen viele um. „Viele sagen mir im Gespräch, sie fühlten sich nicht mehr wohl“, berichtet Katharina Hettler. „Die Frauen haben heutzutage mehr Wertschätzung für sich und ihren Körper“, schätzt die Pro-Familia-Beraterin. „Sie möchten einfach nicht mit einer verminderten Libido leben, sie möchten frei sein.“ Hettler ist froh über diese Entwicklung. Zu ihr kommen immer mehr Frauen, die sich informieren wollen. „Darum haben wir den Info-Abend geplant.“ Er ist kostenlos – genauso wie eine Einzelberatung. Ärztin Iris Wirth geht am 24. April auf verschiedene Methoden ein.

Das Kondom sei dabei die bekannteste, die ohne Hormone auskomme. „Es gibt noch das Diaphragma, das ein wenig in Vergessenheit geraten ist.“ Das Diaphragma ist ein runder oder ovaler, flexibler Federring aus Silikon, der in die Scheide eingeführt wird und so den Spermien den Zugang zur Gebärmutter versperrt. Das dazugehörige Gel wirkt ebenfalls verhütend. Eine andere Methode zur Empfängnisverhütung ist die Kupferspirale. Sie besteht aus einem Kunststoffstäbchen, das mit einem feinen Draht umwickelt ist, der geringe Mengen Kupfer in die Gebärmutter abgibt. Dadurch verändern sich die Schleimhaut und der Schleim am Muttermund. Dadurch werden auch die Spermien in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt.

Werte auf Handy speichern

Für zwei weitere hormonfreie Alternative braucht es Technik. Ein Zykluscomputer ermittelt mit verschiedenen Messungen die fruchtbaren Tage der Frau. Bei der symptothermalen Methode muss jeden Morgen die Temperatur gemessen und in den Tagen um den Eisprung die Beschaffenheit des Schleims aus dem Gebärmutterhals untersucht werden. Diese Werte können auf dem Smartphone gespeichert werden. „Jede Frau muss für sich entscheiden, was zu ihr passt. Welche Verhütung die beste ist, kann keiner sagen“, erklärt die Gynäkologin Iris Wirth.