Mannheim

Verkehr Umbau der Berliner Straße abgeschlossen / Verbindung zum Hauptbahnhof geplant

Freie Bahn für Fahrräder

Mannheim.Der eine war angekündigt, blieb aber kurzfristig weg. Der andere kam, obwohl er laut Vorhersage zu diesem Zeitpunkt nicht hätte da sein dürfen: Lothar Quast und der Regen. Aber während die offizielle Inbetriebnahme der umgebauten Berliner Straße am Donnerstagmittag auch ohne Baubürgermeister gelang, war das schlechte Wetter störend. Denn eine Fahrradstraße, auf der kaum Fahrräder zu sehen sind, ist nicht nur aus Fotografen-Sicht unbefriedigend.

Doch in sonnigeren Stunden sieht es hier ganz anders aus. Mit der 2017 begonnen Umwidmung der Berliner Straße habe der Fahrradverkehr stark zugenommen, sagt Klaus Elliger, Fachbereichsleiter Stadtplanung. „Ich fahre hier selbst jeden Tag mit dem Rad durch.“ Bei einer Monats-Stichprobe im Oktober 2018 habe man auf der Verbindung zwischen Nationaltheater und Rosengarten rund 2900 Fahrräder und nur 1900 Kraftfahrzeuge gezählt.

Tattersallstraße folgt bald

Insgesamt hat die Stadt in die Umwidmung der Berliner Straße rund 1,5 Millionen Euro investiert, weitere 176 000 sind Landesfördermittel. Als Nächstes soll auf der anderen Seite des Rosengartens die Tattersallstraße durchgängig zur Fahrradstraße werden. Die Arbeiten beginnen in den Sommerferien und sollen im Oktober fertig sein. Aber nur bis zur Bismarckstraße, das letzte Teilstück zum Hauptbahnhof folgt später. Weitere Fahrradstraßen sind dieses Jahr entlang der Casterfeldstraße und im nächsten Jahr in der Luisen-, der Richard-Wagner- und der Meerfeldstraße geplant.

Auf einer Fahrradstraße haben Radfahrer Vorrang, sie dürfen auch nebeneinander radeln. „Leider ist das nicht allen Autofahrern bewusst“, so Elliger. Daher habe man an den Einmündungen zur Berliner Straße Schilder aufgestellt sowie den Boden großflächig rot markiert.

Im zweiten Bauabschnitt wurden nun auch Abbiegespuren links und rechts in die Goethestraße eingerichtet. „Rüber zum Nationaltheater haben Sie da jetzt eine grüne Welle“, schildert Christa Backhaus-Schlegel, Fachbereichsleiterin Tiefbau, eine weitere Neuerung. Das große Manko am anderen Ende, dass Radfahrer an der Kreuzung zur Tullastraße keine Vorfahrt haben, bleibt indes bestehen. Leider lasse die Straßenverkehrsordnung da keine andere Lösung zu, bedauert Elliger.