Mannheim

Marchivum Förderer zählen mehr als 600 Mitglieder / Shop ehrenamtlich besetzt / Beitrag zum Kauf des Filmarchivs des Rhein-Neckar-Fernsehens

Freundeskreis auf Wachstumskurs

Archivartikel

Das schon lange gesetzte Ziel ist erreicht: Der Freundeskreis Marchivum zählt jetzt über 600 Mitglieder. Als Nummer 600 ist SPD-Stadtrat Thorsten Riehle eingetreten – und hat gleich das nächste hohe Ziel gesteckt: Wenn die Zahl 700 erreicht ist, will er sich die Haare rot färben. Schließlich lief am Abend der Mitgliederversammlung Günter Rill, bis 2014 Schatzmeister des Vereins, mit rosa Strähnen herum – wie er es versprochen hatte, wenn die Zahl 600 erreicht wird.

„Unser Verein wächst seit dem Umzug ins Marchivum stetig“, so Helen Heberer (Bild), die Vorsitzende. Die Nutzung des Ochsenpferchbunkers als Haus der Stadtgeschichte und Erinnerung habe für deutlich größere Aufmerksamkeit gesorgt – und sich bei der Mitgliederzahl ausgewirkt. Heberer, die den Verein mit 500 Mitgliedern 2016 übernommen hatte, wurde einstimmig im Amt als Vorsitzende bestätigt. Michael Hohenadel bleibt zweiter Vorsitzender, Marchivum-Chef Ulrich Nieß dritter Vorsitzender. Ferner gehören Herbert Bangert, Michael Caroli, Astrid Ege, Hanspeter Rings und Diana Weber dem Vorstand an.

Nieß dankte dem „tollen Team für die fantastische Zusammenarbeit“. Er wie auch Heberer hoben neben der finanziellen Unterstützung durch den Freundeskreis insbesondere die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter hervor, die etwa alte Ratsprotokolle abschreiben oder historische Baupläne verzeichnen. Erstmals zur Ausstellung „BUGA 75“, die 6500 Menschen besuchten, war der Marchivum-Shop durch Mitglieder des Freundeskreises besetzt worden. Die Hauptlast der Organisation lag bei Christine Hartmann, der Heberer herzlich dankte.

Ob personelle Hilfe, die Herausgabe von Publikationen oder der Erwerb von Nachlässen – Nieß dankte dem Freundeskreis für die große Unterstützung. Als „bedeutendsten Ankauf in meiner Amtszeit“ stellte Nieß den Mitgliedern den Erwerb des Filmarchivs vom Rhein-Neckar-Fernsehen (RNF) vor. Mit Hilfe des Freundeskreises und zahlreicher Sponsoren habe man eine „erhebliche Summe“, deren Höhe er nicht nennen wollte, aufgebracht. Dafür seien umfangreiche Lizenzrechte von Sendungen aus 1986 bis 2019 erworben worden. „Es ist ein Schatz, den sicher erst nachfolgende Generationen zu würdigen wissen“, so Nieß: „Mit dieser Filmsammlung im Umfang von 250 Terrabyte katapultiert sich das Marchivum an die Spitze der deutschen Kommunalarchive bei Bewegtbildern“, sagte er.

Dann endete die Mitgliederversammlung schwungvoll und zugleich kämpferisch – dank einem besonderen Gast: Sängerin Joana stellte, begleitet von Adax Dörsam, ihre neue CD „Tun wir was dazu“ vor. Sie stimmte „Die Gedanken sind frei“ an und ließ „Ferschteblut“ fließen. Die CD mache deutlich, so Nieß, „dass wichtige Errungenschaften der Demokratie in Mannheim erkämpft worden“ seien – weswegen das Marchivum Gastgeber des Konzerts zur CD-Vorstellung werde. (Bild: dpa)

Zum Thema