Mannheim

Oberstufe Reform erfordert organisatorische Umstellungen

Fünf Stunden für vertieften Unterricht

Stärkere Konzentration auf drei Leistungsfächer: Das ist einer der zentralen Punkte bei der reformierten gymnasialen Oberstufe. Sie tritt mit dem Beginn des Schuljahrs in Kraft. Betroffen sind diejenigen Schüler, die ab diesem Mittwoch die elfte Klasse besuchen. Die fünfstündigen Leistungskurse bedeuten mehr Zeit für Übungen und für die Vertiefung des Unterrichts“, betont Gerhard Weber, Direktor des Moll-Gymnasiums. Der Geschäftsführende Leiter der Mannheimer Gymnasien sieht das als einen positiven Aspekt der Reform – nicht zuletzt für die betroffenen Schüler.

Allerdings hält er es insbesondere aus Sicht der Lehrkräfte für problematisch, dass künftig alle Schüler in den Fächern Mathematik und Deutsch „entweder im fünfstündigen Kurs in die schriftliche oder in den dreistündigen Basisfächern in die mündliche Prüfung gehen“. Dadurch werde die Anzahl der Prüfungen und damit die Belastung der Pädagogen in den Basisfächern sehr hoch: „Das bedeutet dann unter Umständen 20 oder mehr mündliche Prüfungen in den Fächern Deutsch und Mathematik für die jeweilige Lehrkraft.“ Ob angesichts dessen zwei Prüfungstage ausreichen, hält Weber für fraglich: „Große Gymnasien werden sich auf drei Prüfungstage einrichten müssen“, rechnet er mit einem zusätzlich steigenden Unterrichtsausfall.

Komplizierte Stundenpläne

Roland Haaß, Leiter des Johanna- Geissmar-Gymnasiums auf der Schönau, erwartet noch ein anderes Problem, wie er in einem Elternbrief deutlich macht: Weil altes und neues System parallel liefen, finde der Unterricht in diesem Schuljahr in der Jahrgangsstufe 11 zum einen „in zwei- und dreistündigen, aber auch in fünfstündigen Kursen statt“. Zum anderen finde „Unterricht der alten Art in zwei- und vierstündigen Kursen in der Kursstufe 2“, also der Jahrgangsstufe 12, statt. Das bringe Komplikationen vor allem bei der Stundenplangestaltung mit sich und erschwere die Kurs-Wahlmöglichkeiten der Schüler.

Alles in allem hält Gerhard Weber die Schwierigkeiten aber für überschaubar. Der Wechsel vom neun- zum achtjährigen Gymnasium sei „eine viel größere Umstellung“ gewesen.

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