Mannheim

ICE-Trasse Politiker unterschiedlicher Parteien pochen auf Lärmschutz-Lösungen im Mannheimer Stadtgebiet / Forderung nach einem Güterzugtunnel

Für den Norden „eine Zumutung ohnegleichen“

Nachdem die Deutsche Bahn ihre Trasse für die ICE-Neubaustrecke Frankfurt – Mannheim vorgestellt hat, pochen Mannheimer Politiker verschiedener Parteien auf mehr Lärmschutz im Stadtgebiet. Auf der geplanten Strecke sollen nachts Güterzüge fahren, die dann auch durch Mannheim rollen. Deshalb fordern die Politiker einen Güterzugtunnel oder eine Güterzugumfahrung.

Die neue ICE-Trasse soll nach den Plänen der Bahn teilweise unterirdisch durch den Lampertheimer Wald gehen und in einem Trog gelegen die Mannheimer Gemarkung erreichen. Bis zum Waldhof verläuft sie dann überwiegend auf freier Strecke. Ab dem Bahnhof Waldhof sollen die Züge auf der westlichen und östlichen Riedbahn fahren. Gleichzeitig war vergangene Woche auch das Bahnprojekt Mannheim – Karlsruhe gestartet worden. Dabei wird geklärt, wie der Zugverkehr künftig durch den Bereich Mannheim und südlich davon Richtung Karlsruhe rollen soll. In diesem Projekt soll zum Beispiel auch die Möglichkeit eines Güterzugtunnels unterhalb des Stadtgebiets erörtert werden.

„Schon heute enorm belastend“

Der CDU-Kreisverband Nord-Ost befürchtet durch den ICE-Trassen-Abschnitt eine deutlich stärkere Lärmbelastung für den Mannheimer Norden. Für die Menschen auf der Blumenau, der Schönau, dem Waldhof, der Gartenstadt, dem Luzenberg und in Käfertal bedeute diese Planung auf Mannheimer Gemarkung „eine Zumutung ohnegleichen“, wie die Waldhöfer CDU-Bezirksbeiräte Helga Schlichter und Christian Sevilla Valls in einer Pressemitteilung erklären. Der Bahnhof Waldhof werde zum Knotenpunkt für mehr Hochgeschwindigkeitszüge, aber auch für deutlich mehr Güterzüge. Ortsverbandschef Christian Hötting verlangt schnell „eine klare Trassenführungsstrategie innerhalb Mannheims“, die auch „eine klima- und lärmeffiziente Lösung für den Mannheimer Norden aufzeigt“.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Boris Weirauch erneuert in einer Mitteilung seine Forderung nach einem Tunnel für den Streckenanschluss durch Mannheim. „Es wäre nicht vermittelbar, wenn die Züge durch Südhessen weitgehend durch Tunnel fahren, aber in Mannheim dann wieder ebenerdig, und das mitten durch vielbevölkerte Stadtteile.“

Aus Sicht von Birgit Reinemund, der Fraktionschefin von FDP/MfM im Gemeinderat, muss man jetzt aufpassen, „dass die Belange Mannheims nicht auf der Strecke bleiben“, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Denn bisher gebe es keine verbindlichen Aussagen, wie die Strecke im Stadtgebiet weiterlaufe, so Reinemund, die dabei auf die Möglichkeit einer Tunnellösung oder einer Umfahrung für den Güterverkehr hinweist. Ihr Parteikollege Volker Beisel ergänzt: „Schon heute ist der Bahnlärm vor allem durch den Güterverkehr für Anwohner enorm belastend. Erwartet wird mindestens eine Verdoppelung des Güterverkehrs, überwiegend nachts.“

Für die Stadtspitze ist die Streckenentscheidung der Bahn eine gute Ausgangsposition für weitere Planungen. Dass die Trasse in einer Tieflage ankomme, „ermöglicht uns den Anschluss für einen Güterzugtunnel unterhalb von Mannheim“, sagte Erster Bürgermeister Christian Specht (CDU) in der Sitzung des Hauptausschusses des Gemeinderats. Bei Mannheim – Karlsruhe gelte es nun zu prüfen, wie eine „Umfahrung, Durchfahrung oder Unterfahrung“ Mannheims für Güterzüge aussehen könnte.

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