Mannheim

Soziale Medien Kontroverse Diskussion über Kita-Öffnung

Furcht vor Abwertung der Erzieher

Archivartikel

Den einen kann es nicht schnell genug gehen – die anderen verweisen auf die Probleme, die damit verbunden sind: Auf der Facebookseite des „Mannheimer Morgen“ wird über das Thema der weitgehenden Öffnung von Kindertagesstätten engagiert diskutiert. „Alle Ihre Amtskollegen sind Ihnen schon im Galopp vorausgeeilt“, wendet sich zum Beispiel Claudia Schnell an Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). „Was Sie da als Konzept verkaufen, ist in anderen Bundesländern schon gängige Praxis.“ Katharina Matecki wünscht sich eine noch deutlich weiter gehende Öffnung. Die von Stuttgart angekündigte Lösung mit festen Gruppen widerspreche den „offenen Konzepten im Kindergarten“. Hier sollten sich die Kinder nicht mischen, „aber nachmittags gehen sie dann zusammen auf den Spielplatz – so ein Schwachsinn“.

„Reine Aufbewahrungsstätten“

Die weitaus meisten Diskussionsteilnehmer bewegt aber der sich abzeichnende Personalmangel – nicht zuletzt wegen Risikopatienten unter den Beschäftigten. Um dem zu begegnen, empfiehlt Eisenmann den Einsatz von Studierenden, Auszubildenden oder Teilnehmern bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr. Das stößt auf deutliche Kritik. „Das wertet unsren Beruf ja mal so richtig auf“, antwortet Corinna Ficcaglia mit beißender Ironie. Das werde dann so weit gehen, dass man sich „,Fachkräfte’ aus dem Ausland“ hole, befürchtet Brigitte Schleihauf: „So wird es ja in der Pflege auch gemacht – leider.“

Kräfte ohne die nötige Ausbildung einzusetzen, so Steffi Kallupp, sei ein „ganz schlimmer Fehler“. Das Kindeswohl bleibe dabei außen vor, Kitas würden zur „reinen Aufbewahrungsstätte“. Fazit von Ulrike Steckenpferd: „Die Kinder sind und bleiben das letzte Glied der gesellschaftlichen Kette, und den Verantwortlichen sind sie total egal.“ 

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