Mannheim

Konkordienkirche Gottesdienst wird aufgezeichnet und ist ab 10. November im Internet zu sehen / Begrenzte Plätze

Gedenken an Reichspogromnacht

Archivartikel

Am Montag, 9. November um 17.30 Uhr wird in der evangelischen CityKirche Konkordien mit einem ökumenischen Gottesdienst der Reichspogromnacht vor 82 Jahren gedacht.

Die Predigt hält der katholische Dekan Karl Jung. Nach dem Segen spricht Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen gibt es eine stark begrenzte Sitzplatzzahl, so die Evangelische Kirche in Mannheim in einer Pressemitteilung. Der Gottesdienst wird aufgezeichnet und ist ab 10. November online zugänglich auf www.kathma.de und auf www.ekma.de.

Scham über Wegschauen

„Wir fühlen Scham darüber, dass die Kirchen damals weitgehend geschwiegen und so viele Menschen weggeschaut haben“, sagen die Organisatoren Joachim Vette (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) und Bernhard Boudgoust (Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit).

„Vor allem in Zeiten, in denen Synagogen und jüdische Mitmenschen angegriffen werden, halten die Kirchen ganz bewusst die Erinnerung an diese Verbrechen wach, da wir heute alle sehr wachsam seinmüssen.“

Größte jüdische Gemeinde

Zu den seinerzeit landesweit mehr als 1 500 zerstörten Synagogen gehörte auch die Mannheimer Hauptsynagoge im Quadrat F 2. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 und in den Tagen danach wurden in ganz Deutschland Synagogen zerstört, jüdische Geschäfte geplündert, Wohnungen demoliert und jüdische Mitmenschen ermordet. Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Mannheim gemessen an seiner Gesamtbevölkerung die größte jüdische Gemeinde im heutigen Baden-Württemberg, macht die Evangelische Kirche in ihrer Pressemitteilung deutlich. Viele ihrer Mitglieder überlebten den Terror der Nazi-Zeit nicht.

Zu dem Gedenkgottesdienst laden traditionell der Arbeitskreis Christlicher Kirchen (ACK) und die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Rhein-Neckar ein.

Schüler mit Beitrag

Der Gedenkgottesdienst enthält einen Schülerbeitrag der Klassen 7 bis 11 des Geschwister-Scholl-Gymnasiums unter Leitung ihrer Religionslehrerin Barbara Wöppel. Für Musik sorgen Joachim Vette und Eginhard Teichmann. Es gilt ein Mindestabstand von zwei Metern. Mit Ausnahme der am Gottesdienst aktiv Mitwirkenden besteht für alle Teilnehmenden Maskenpflicht. Kontaktdaten müssen angegeben werden.

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