Mannheim

Coronavirus Erste Lockerungen kommen in der JVA Mannheim

Gefängnis: Besuche möglich

Archivartikel

Nachdem die Gefangenen der Justizvollzugsanstalt (JVA) Mannheim seit März auf Besuche von Verwandten verzichten mussten, sollen die Corona-Beschränkungen nun wieder schrittweise zurückgenommen werden. Der Entscheidung in Mannheim ging ein Beschluss des Justizministeriums voraus. Nachdem Mitte April der erste Infektionsfall bekannt wurde, hatten Anstaltsleitung und Gesundheitsamt zunächst die Untersuchungshäftlinge getestet. Dabei konnten mehrere Fälle nachgewiesen werden. Auch Mitarbeiter hatten sich zu dieser Zeit infiziert. Laut Anstaltsleitung zeigten die Betroffenen nur milde Krankheitszeichen. Mittlerweile gibt es keinen Covid-19-Fall mehr in dem Gefängnis.

Verwandte „erster Linie“

Nach Angaben der JVA sind vom 30. Juni an wieder persönliche Besuche hinter einer Plexiglasscheibe in eingeschränktem Umfang zugelassen. Straf- und Untersuchungsgefangene können demnach einmal im Monat für eine Stunde Besuch von Angehörigen „erster Linie“ empfangen. Dabei handele es sich um Ehepartner, Lebenspartner und Eltern, aber auch um Geschwister sowie um erwachsene Söhne und Töchter von Insassen.

Um das Risiko einer Infektion zu verringern, hatte das Ministerium im März einen Erlass herausgegeben. Demnach wurden landesweit private Besuche der Gefangenen bis auf Weiteres ausgesetzt. Lediglich in dringenden Fällen werden noch Verteidiger- und Polizeibesuche unter Einhaltung der gebotenen Hygienestandards gestattet. Aufgrund von Vorerkrankungen und Drogenmissbrauch ist ein Großteil der Gefangenen einer Risikogruppe zuzurechnen. Für die medizinische Behandlung in einer JVA ist ein abgestuftes Vorgehen vorgesehen. Verdachtsfälle mit Symptomen werden in der jeweiligen Krankenabteilung isoliert.

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