Mannheim

Verpackungsmüll Stadt Mannheim muss nach Firmen-Pleite nicht zahlen

Gelbe Tonne: Entsorgung läuft weiter

Archivartikel

Mannheim.Die Leerung der Gelben Tonnen geht in Mannheim weiter wie gehabt. Nach der Insolvenz der ELS Europäische Lizenzierungssysteme GmbH hatte sich die Stadt im Frühjahr darauf vorbereitet, die Entsorgung als sogenannte Ersatzvornahme zumindest vorübergehend aus Steuergeldern zu finanzieren (wir berichteten). Im Technischen Betriebsausschuss des Gemeinderats hatte Bürgermeisterin Felicitas Kubala (Grüne) kürzlich aber Entwarnung gegeben: Die Ersatzvornahme, für die bis zu eine Million Euro bereitgestellt worden war, werde nun nicht mehr nötig.

Zum einen hatte die ELS im Frühjahr ihren Vertragspartnern zugesagt, trotz der Insolvenz die vertraglich vereinbarten Zahlungen zu leisten. Zum anderen haben die neun verbliebenen Unternehmen des Dualen Systems zwischenzeitlich die Verpflichtungen der ELS, die abgewickelt wird, übernommen. Somit, so erklärte ein Sprecher der Stadtverwaltung, sei klar, dass die Finanzierung der Gelben Tonne über das Duale System sichergestellt sei.

ELS hatte Mitte März den Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Hintergrund sind Finanzierungsprobleme des Dualen Systems mit nicht lizenzierten Müllmengen, also Abfällen ohne Grünen Punkt, um deren Entsorgung sich die Anbieter kümmern müssen, für die sie aber niemand bezahlt. ELS hatte als kleinerer Anbieter zuletzt einen Marktanteil von rund 6,5 Prozent.

Die Mannheimer Haushalte verursachen laut der Abfallstatistik des Landes (Stand 2017) gut 7100 Tonnen Wertstoffabfälle (rund 24 Kilo je Einwohner) im Jahr. Etwa 6300 Tonnen sind sogenannte Leichtverpackungen, hinzu kommen 77 Tonnen Kunststoff und 969 Tonnen Metall. Dieser Müll wird seit Anfang 2017 mit der Gelben Tonne gesammelt, zuvor mit dem Gelben Sack. 

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