Mannheim

„Gemeinsam Probleme lösen“

Archivartikel

Claudia Rabe von Startup Mannheim über die Gründerszene

Frau Rabe, wie sieht eine ideale Stadt zum Gründen aus?

Claudia Rabe: Früher hat man gedacht, dass es ausreicht, günstige Räumlichkeiten anzubieten, um Gründer in eine Stadt zu locken. Mannheim hat früh verstanden, dass das nicht genug ist und setzt deshalb bewusst auf die Stadtatmosphäre und kulturelle Stadtentwicklung. Interdisziplinarität spielt ebenfalls eine große Rolle: die Start-ups, die hier angesiedelt sind, arbeiten branchenübergreifend. Musiker arbeiten beispielsweise mit Medizintechnologen an Projekten. So schauen alle mit einem anderen Blickwinkel auf eine Sache. Das ist ideal, um gemeinsam Probleme zu lösen.

Was macht Mannheim anders?

Rabe: Was uns auch von anderen Start-up-Metropolen unterscheidet, ist, dass fast alle Gründer hier im Business-to-Business-Bereich tätig sind, sprich Lösungen für und mit Unternehmen anbieten und nicht für den Endkunden entwickeln. Hier findet man im Umkreis von 60 Kilometer namhafte Großkunden, wie ABB und BASF. Unser Wirtschaftsnetzwerk ist also sehr dicht. Mannheim ist auch in seiner Stadtgröße genau richtig, man kennt sich hier. In unserer Start-up-Szene geht keine Gründung verloren.

Und die Zukunft?

Rabe: Wir haben mit erfolgreichen jungen Frauen gesprochen, die ein Technologie-Unternehmen gegründet haben. Im Oktober werden wir eine Interviewreihe veröffentlichen, um Frauen, die ebenfalls aus dem technologischen Bereich kommen, den Mut zu geben, ihr Wissen in ein Start-up umzuwandeln. Aktuell setzen wir auch stark auf die Internationalisierung und haben beispielsweise ein Büro in Tel Aviv eröffnet und organisieren eine große deutsch-französische Start-up-Konferenz, die im April 2019 in Mannheim stattfindet.

Video zu Gründerinnen unter morgenweb.de/startup