Mannheim

Nachruf Ehemaliger MWS-Chef Friedrich Kranz gestorben

Gesicht der Stadt geprägt

Archivartikel

Es gibt nicht viele, von denen sich sagen lässt, sie hätten das Bild ihrer Stadt geprägt. Von Friedrich Kranz (Bild) darf man dies mit Recht behaupten. Als Direktionsassistent der Gemeinnützigen Baugesellschaft (GBG) sowie als Chef der Mannheimer Wohnungs- und Städtebau-Gesellschaft (MWS) zeichnete er für bedeutende Bauprojekte der Quadratestadt verantwortlich. Wie gestern in seinem Heimatstadtteil Seckenheim bekannt wurde, ist er nun im Alter von 86 Jahren verstorben.

Am Weihnachtstag ging damit ein Leben zu Ende, das in beruflicher Hinsicht gänzlich vom Thema Bauen geprägt war. In Heidelberg absolvierte Kranz zunächst eine Maurerlehre, die er mit der Gesellenprüfung abschloss. Dem Erwerb praktischen Wissens folgte das Studium als Bauingenieur in Karlsruhe. 18 Jahre lang war er in diesem Beruf selbstständig.

Nach Abstechern in die Stadtverwaltung – im Tiefbau- und im Bauordnungsamt – wechselte er zur GBG, wo er zuletzt als Direktionsassistent fungierte. Als solcher vertrat er das Unternehmen nach außen, in Gemeinderatsgremien und Bezirksbeiräten – angesichts oft umstrittener Projekte kein Zuckerschlecken. Mitte 1991 wechselte Kranz an die Spitze der MWS, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1997 wirkte.

Engagement in SPD

In seinen verschiedenen Funktionen zeichnete er auch verantwortlich für die Planung großer Objekte – vom Rhein-Neckar-Stadion über den (am Ende doch nicht verwirklichten) Spurbus bis hin zum Stadthaus N 1. Alle diese Projekte standen im Zentrum jahrelanger kommunalpolitischer Auseinandersetzungen.

Doch so etwas war ihm keineswegs fremd. Denn Kranz war durch und durch ein politischer Mensch. Seit seinen frühen Jahren engagierte er sich in der SPD, kandidierte für sie auch zum Gemeinderat.

In seinem Heimatstadtteil Seckenheim war er als Nachfolger des legendären Stadtrates Otto Bauder Vorsitzender des SPD-Ortsvereins. 20 Jahre saß er im Bezirksbeirat des Vorortes. Das Engagement in der Interessengemeinschaft der örtlichen Vereine komplettierte sein Engagement für sein Umfeld ebenso wie jenes im Vorstand in der Baugenossenschaft Seckenheim. (Bild: Trinkaus)