Mannheim

Abendakademie Angebote von Digitalisierung bis Politik

Gesine Schwan spricht an der VHS über Integration

Archivartikel

Die Abendakademie startet in ihr neues Semester – und Susanne Deß liefert gleich zu Beginn eindrückliche Zahlen der größten Volkshochschule (VHS) im Land: Im vergangenen Jahr haben 52 000 Menschen Seminare von Töpfern bis Business Englisch absolviert – insgesamt kamen mehr als eine halbe Million Besucher zur Abendakademie, „täglich durchschnittlich 2000 in der Woche“, sagt Deß, die seit ihrem Amtsantritt im vergangenen Jahr die Digitalisierung der Einrichtung vorangebracht hat.

Neuer Internetauftritt, neue technische Ansätze und vor allem auch neue Geräte – wie etwa der 3D-Drucker, der beim Pressegespräch vorgestellt wurde und gleich zum Einsatz kam: In einer halben Stunde druckte er das Emblem der VHS, blau, klein, handlich. Er soll auch für Seminare genutzt werden – etwa um Plätzchenförmchen, Schmuck oder andere Gegenstände Schicht für Schicht zu erzeugen, womit die Teilnehmer dann arbeiten können. „Wir möchten so auch Menschen an Technik heranbringen, die damit sonst gar nichts zu tun haben“, sagt Deß.

Plädoyer für gemeinsame Initiative

„Aber wir haben auch unsere Kernkompetenzen wie etwa die Sprachen im Angebot“, sagt VHS-Sprecherin Sabine Gromball. Insgesamt 520 Kurse in Englisch, Spanisch, Französisch, aber auch Vietnamesisch oder Arabisch stehen erneut auf dem Stundenplan.

Ein anderes Thema wird die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan (Bild) diskutieren. Die 75-Jährige kandidierte zwei Mal als Bundespräsidentin, verlor allerdings. Am Mittwoch, 17. Oktober, kommt sie nach Mannheim und plädiert in ihrem Vortrag für eine gemeinsame Asyl- und Flüchtlingspolitik der Europäischen Union. Eine entscheidende Rolle weist Schwan bei Zuflucht und Integration den Kommunen zu. Diese müssten dafür aber auch mit zusätzlichen finanziellen Mitteln ausgestattet werden, sagt sie. Nach dem Vortrag geht’s in die Diskussion.

Ein weiterer großer Themenblock in dem neuen Semester handelt von Antisemitismus. „Aktuellen Zahlen zufolge sind 20 bis 25 Prozent der Deutschen antisemitisch“, sagt Sabine Gromball. „Doch wie antisemitisch ist Deutschland wirklich?“ – dieser Frage will die VHS nachgehen. Mit der Ausstellung „Man hat sich hierzulande daran gewöhnt“ vom 7. November bis 20. Dezember im Foyer startet die Abendakademie ins Thema. Weiter wird es Vorträge und auch ein Argumentationstraining in Seminarform gegen rassistische Hetze geben. ena