Mannheim

Tag der Kinderrechte Studie zu körperlicher Bestrafung

Gewaltfreie Erziehung

„Ein Klaps auf dem Po hat noch niemandem geschadet?“ Der Mannheimer Kinderschutzbund informiert zum internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November darüber, dass vor 20 Jahren in Deutschland das Recht jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung in Kraft trat.

„Trotz positiver Trends sehen viele Menschen körperliche Bestrafung weiter als angebracht an“, heißt es in der Pressemitteilung. Das zeige eine neue repräsentative Studie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm. So sei jeder Zweite noch immer der Auffassung, dass ein Klaps auf den Po noch keinem Kind geschadet habe. Jeder Sechste hält es sogar für angebracht, ein Kind zu ohrfeigen, so die Studie.

„20 Jahre nach der Gesetzesänderung bleiben Herausforderungen“, sagt Ekin Deligöz, Vizepräsidentin des Kinderschutzbundes. „Das Recht jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung geht weit über den Verzicht auf körperliche Bestrafungen hinaus. Die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz ist ein längst überfälliger Schritt.“ Ausmaß und negative Folgen psychischer Gewalt gegen Kinder würden unterschätzt. „Vielen ist nicht bewusst, dass auch Nicht-Achtung, Liebesentzug oder Herabsetzung von Kindern Formen der Gewalt sind“, erläutert Iris Krämer vom Mannheimer Kinderschutzbund. 

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