Mannheim

Marchivum Ausstellung des Landesarchivs macht Station

Glück und Gewalt im Kinderheim

Archivartikel

„Verwahrlost und gefährdet? Heimerziehung in Baden-Württemberg 1949 bis 1975“ lautet der Titel einer Wanderausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg, die vom 5. Dezember bis zum 8. Februar 2019 im Marchivum im Ochsenpferchbunker Station macht.

Die Ausstellung thematisiert anhand von Fotos und Dokumenten wie Speiseplänen, Aktenauszügen und Briefen, wie der Alltag in vielen Kinderheimen aussah. Zeitzeugenberichte liefern die Perspektive der Betroffenen und geben Einblicke in die Gefühlswelten der ehemaligen Heimkinder: Die psychische und körperliche Gewalt, die vielfach an der Tagesordnung stand, wird ebenso reflektiert wie die oft nur kurzen Momente des Glücks. Zudem werden die rechtlichen Aspekte des Themas diskutiert, etwa die Verfolgung von Straftaten, die in Heimen begangen wurde.

Hilfe für Betroffene

Ein Thema ist auch, wie den Betroffenen, die bis heute unter den Folgen der Gewalterfahrungen leiden, geholfen werden kann. Neben der historischen Darstellung der Heimerziehung wird auch der Aufarbeitungsprozess der Geschichte der Heimerziehung dargestellt. Die Ausstellung wurde zusammen mit dem Beirat der Anlauf- und Beratungsstelle Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland entwickelt.

Die Ausstellung findet im Erdgeschoss des Marchivum statt und kann dort Dienstag, Mittwoch und Freitag von 8 bis 16 Uhr sowie Donnerstag von 8 bis 18 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. pwr