Mannheim

Großer Spaß für Vierbeiner oder übertriebene Tierliebe?

Über das Hundeschwimmen in Freibädern am Saisonende gehen die Meinungen auseinander. Ein großer Spaß für Mensch und Vierbeiner, der den Start in den Herbst versüßt, sagen die einen. Übertriebene Tierliebe, die über das erträgliche Maß hinaus geht, meinen andere.

Pro

Von unserem Redaktionmitglied Steffen Mack

Eigentlich braucht man da nicht viele Worte. Hundeschwimmen am Saisonende ist eine Supersache, von der alle Seiten profitieren. Irgendwelche angeblichen Nachteile müsste man an den Haaren herbeizerren. Aber da es hier doch mindestens eine andere Meinung gibt, erklären wir es gern ausführlich: Viele Hunde lieben Schwimmen. In Flüssen oder im Meer kann das wegen der Strömung gefährlich sein, in Seen ist es oft verboten. Umso schöner, wenn es einmal im Jahr in einem Schwimmbad die Gelegenheit gibt. Der Andrang zeigt, wie groß die Nachfrage ist. Bäder und Betreiber haben so am Saisonende im September, wenn kaum noch jemand kommt, wieder für einen Tag die Hütte voll. Anders als andere Kommunen verzichtet die Stadt Mannheim für dieses Zusatzangebot auf Eintrittsgelder. Aber an den Verkaufsständen wird Umsatz gemacht, zudem können Hundevereine ihre Angebote präsentieren. Und ganz wichtig: Ist alles vorbei, wird – wie immer am Saisonende – das Wasser abgelassen und alles gründlichst gereinigt. Da kann keiner ernsthaft hygienische Bedenken haben. Falls doch, eine traurige Wahrheit: Viele Hunde sind sauberer und gepflegter als mancher Mensch.

Über das Hundeschwimmen in Freibädern am Saisonende gehen die Meinungen auseinander. Ein großer Spaß für Mensch und Vierbeiner, der den Start in den Herbst versüßt, sagen die einen. Übertriebene Tierliebe, die über das erträgliche Maß hinaus geht, meinen andere.

Kontra

Von unserem Redaktionsmitglied Angela Boll

Es gibt Ideen, deren Realisierung unnötig ist, weil es auch ohne wunderbar geht. Das betrifft unter anderem alle Einfälle, die mit der Vermenschlichung von Tieren zu tun haben. Wer braucht eigentlich einen Hundefrisör? Der Vierbeiner, die Herrchen oder die Frauchen? Am ehesten wohl Letztere. Ähnlich gestaltet es sich mit dem Hundeschwimmen. Mannheim bietet genug Gewässer für Fiffi & Co.

Abtauchen im Nass? Gerne an Neckar, Rhein oder jedem anderen naturbelassenen Ufer – sicherlich ein tierisches Vergnügen für die Lieblinge und nicht vergleichbar mit einem Massenbaden in einem angelegten Becken mit zahlreichen anderen überdrehten Vierbeinern, deren Besitzer mit ähnlichem Adrenalinkick das Szenario inhalieren. Hundeliebe hin oder her. Das muss nicht sein. Jedenfalls nicht für den Hund. Abgesehen davon: Der Gedanke, dass hunderte Felltiere das Becken beschlagnahmen, in dem dann Monate später wieder Menschen ihre Bahnen ziehen, hat einfach keinen Reiz. Wer kommt denn auf die Idee, aus dem Hundenapf zu essen, auch wenn er 80 Mal tiefengereinigt wurde? Lasst den Hunden die Natur und den Menschen die Vorfreude auf die neue Badesaison.

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