Mannheim

Collinicenter Entwürfe sehen Büroturm-Abriss vor

Großprojekt bereitet Anwohnern Unbehagen

Archivartikel

Nur wer am Eingang die Vertraulichkeitsverpflichtung unterschreibt, darf die Aula der Gothein-Schule betreten. Und die ist knallvoll, als Bürgermeister Lothar Quast den Collini-Workshop eröffnet: Vorgestellt werden drei Entwürfe als Ersatz für den Büroturm, den die Stadt (wie berichtet) verkaufen will.

„Wir haben uns keine Schikane ausgedacht“, betont Quast: Bei der Investorensuche sei die Stadt verpflichtet, zu gewährleisten, dass vor Abschluss des Wettbewerbsverfahrens im Frühjahr 2020 kein Bewerber erfährt, was sich die Konkurrenz hat einfallen lassen. Und deshalb tragen die ausgewählten Konzepte, die der freie Architekt Gregor Bäumle (Darmstadt) sowie Jurymitglieder präsentieren, Nummern statt Namen.

Trotz Verschwiegenheitspflicht kann berichtet werden: Alle drei Varianten wählen den Büroturm-Abriss. Keines der sieben Planungsbüros, so Quast, habe die offen gelassene Möglichkeit einer Sanierung genutzt.

Sorgen auch um Parkplätze

Mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgen Eigentümer und Mieter des Collini-Wohnturms wie Nachbarn die Ausführungen zu den in Höhe und Anordnung der Neubauten unterschiedlichen Varianten. Sie machen keinen Hehl daraus, dass ihnen das Großprojekt Unbehagen bereitet: beispielsweise wegen des Lärms und verschärfter Parksituation während eines vermutlich jahrelangen Baus.

„Das ist doch Irrsinn“

Applaus brandet auf, als ein Mann erklärt, er hätte nie gedacht, dass er irgendwann Angst haben müsse, im 25. Stock den Blick verbaut zu bekommen: „Das ist doch Irrsinn! Ich lebe schließlich nicht in New York!“ Er ist nicht der Einzige, der um seine Aussicht fürchtet. Ein anderer Besucher beklagt, dass die Stadt ihren Büroturm verrotten ließ und mit dem Abriss das seit 1975 prägende Gesamt-Ensemble der Neckaruferbebauung zerstört werde – „wieso gibt es dafür keinen Denkmalschutz?“

Auf „Stimmungszetteln“ können die Besucher Symbolen ankreuzen, und damit zum Ausdruck bringen, ob sie bei dem jeweiligen Konzept „die Bebauung für angemessen“, die Vorschläge zur Nutzung, Freiraumgestaltung und Verbindung zwischen Stadt und Neckar samt Steg (der erhalten bleiben muss) für gut, passabel oder schlecht halten. Nicht alle, aber viele schreiben in das Feld für persönliche Anmerkungen. Sämtliche Hinweise, so kündigt es Quast an, sollen ausgewertet „ins Pflichtenbuch der drei Bewerber fließen“.

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