Mannheim

Gemeinderat Fraktion fordert Zeichen gegen Rassismus

Grüne wollen das „N-Wort“ ächten

Archivartikel

Das Wort „Neger“ ist ein Schimpfwort, das dunkelhäutige Menschen beleidigt und diskriminiert. Die Grünen-Fraktion im Gemeinderat fordert deshalb, dass in Mannheim „jegliche Verwendung des Wortes vermieden und geächtet“ wird. Per Antrag im Gemeinderat will sie erreichen, dass das Gremium eine entsprechende Erklärung verabschiedet. Das hat die Fraktion in einer Pressemitteilung mitgeteilt.

Die Mannheimer Grünen möchten damit nach eigenen Angaben der Stadt Köln folgen, wo der Rat kürzlich mit großer Mehrheit anerkannt habe, dass die Verwendung des „N-Wortes“ rassistisch sei. Die Mannheimer Fraktion nehme mit dem Vorstoß die aktuelle Rassismus-Diskussion auf, heißt es in der Mitteilung. Auch in Mannheim gebe es zunehmend wieder Alltagsrassismus.

Leid und Diskriminierung

„Schwarze Deutsche werden alltäglich mit dem ,N-Wort’ beschimpft“, wird Stadtrat Gerhard Fontagnier in der Mitteilung zitiert. „Schwarze Menschen und People of Color verbinden das Wort mit Leid, Diskriminierung, Gewalt, Ungleichheit und Entmenschlichung. Symbole des Kolonialismus und rassistischer Sprachgebrauch hinterlassen bei ihnen Ängste, Verletzungen und Ausgrenzung.“ Das „N-Wort“ sei mit einer Vielzahl rassistischer Vorurteile verbunden, so Fontagnier weiter. „Als ein Konstrukt der Kolonialzeit wurde es verwendet, um rassistische Unterscheidungen herzustellen, Machtverhältnisse zu untermauern und unterdrückende Strukturen zu festigen.“ Der Kommunalpolitiker weist darauf hin, dass seine Fraktion bereits Anträge im Gemeinderat gestellt habe, weitere Straßen umzubenennen, die Namen von Kolonialisten trügen.

In Mannheim, einer Stadt der Vielfalt, sollte der Einsatz gegen Rassismus „eine Selbstverständlichkeit für Politik, Verwaltung und Gesellschaft werden“, betont Fontagnier. „Wir wollen eine rassismusfreie Stadt werden.“ 

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