Mannheim

Reiss-Engelhorn-Museen Großes Folkloreprogramm zur Eröffnung der „Margiana“-Ausstellung / Direktor Alfried Wieczorek reist heute nach Turkmenistan

Grüße aus einem bisher abgeschotteten Land

Archivartikel

Er hat schon einige Schätze, die er gerne in Mannheim zeigen würde, im Blick und noch mehr Ideen für eine engere Zusammenarbeit: Alfried Wieczorek, Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen (REM), fliegt heute nach Turkmenistan. „Ich bin überzeugt, dass wir da noch einiges finden werden, was es in der Qualität nur dort gibt“, sagte Wieczorek bei der Eröffnung der Ausstellung „Margiana – Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan“.

Eine Woche werden Wieczorek sowie Susanne Wichert, Direktorin der Stiftungsmuseen der REM, mit den Direktorenkollegen Rainer-Maria Weiss (Hamburg) und Matthias Wemhoff (Berlin) per Jeep in dem zentralasiatischen Land Ausgrabungsstätten und Museen erkunden. Wie stark das Interesse Turkmenen, die bislang in einem der abgeschottetsten Länder der Erde leben, an einer Kooperation ist, machten sie bei der Ausstellungseröffnung deutlich. Nicht nur der Botschafter in Berlin, Toyly Atayev, kam eigens angereist – auch eine große Delegation wurde direkt aus Turkmenistan eingeflogen: Tänzer, Sänger, Musiker, sogar ein eigenes Fernsehteam, Fotografen, ihre Spezialitäten und ihre Flagge hatten sie mitgebracht. Man wolle die Europäer mit dem „großen historisch-kulturellen Erbe vertraut machen“, so – laut Übersetzer – Tore Nabatov, Direktor des Museums für Geschichte und Heimatkunde, in seiner engagierten Rede.

Interesse an Zusammenarbeit

Es bedurfte mehrjähriger Verhandlungen und eigens einer Gesetzesänderung, dass die Ausgrabungsfunde nun erstmals außerhalb von Turkmenistan gezeigt werden dürfen. Für Turkmenistan sei das „ein wichtiges nationales Ereignis“, sagte Nabatov „mit großer Dankbarkeit“. Man könne so zeigen, welche „hoch entwickelte Zivilisation“ es bereits zur Bronzezeit in seinem Land gegeben habe. Drei Museen des Landes hätten dazu 219 Leihgaben zur Verfügung gestellt. Damit wolle man, so der Direktor laut Übersetzer, „die Herzen der Kulturliebhaber erobern“ und den Grundstein legen für eine „weiter fruchtbare Zusammenarbeit“, für die es „erhebliches Potenzial“ gebe, erklärte er.

Das sah auch Bundestagsabgeordneter Nikolas Löbel so, der als Mitglied des Auswärtigen Ausschusses sprach. Er überbrachte die Grüße von Kultur-Staatsministerin Monika Grütters, die das Ausstellungsprojekt unterstützt habe. Nach Berlin und Hamburg ist Mannheim die dritte und letzte Station. „Eine Steigerung muss ja sein“, meinte Löbel da augenzwinkernd. Das Projekt zeige „die außergewöhnliche Stellung der Reiss-Engelhorn-Museen weit über Mannheim hinaus“ gratulierte Löbel Wieczorek und seinem Team.

Das „bisher weitgehend unentdeckte Land“ habe „zentrale Bedeutung für die Zukunft Europas“, wies er auf wichtige Bodenschätze hin und betonte das „große Interesse Deutschlands an einer strategischen Partnerschaft“. „Man muss dazu nicht immer einer Meinung sein, aber sich gegenseitig verstehen. Dafür kann kulturelle Zusammenarbeit die Grundlage legen“, so Löbel.