Mannheim

Gesundheit Umweltverband Gewässerschutz untersucht Brunnen-Proben am Marktplatz

Grundwasser-Test vor Ort

Manche nutzen es für den Teich, den Pool oder ihren Garten – das Grundwasser. Weil das aber nicht immer sauber ist und sogar vorbelastet sein kann, bietet der Umweltverband VSR-Gewässerschutz an, Proben aus dem heimischen Brunnen zu untersuchen.

„Viele halten das Grundwasser für sauber, weil es aus sieben Meter Tiefe kommt. Das ist es aber manchmal nicht“, erklärt Diplom-Physiker Harald Gülzow. Neben Nitrat, das über den Dünger der Landwirte ins Grundwasser sickert, können auch Bakterien und Krankheitserreger über undichte Rohre ins Wasser gelangen. Wie hoch die Belastung in den Regionen ist, will Gülzow mit Touren durch Deutschland herausfinden.

Mit seinem mobilen Labor hat Gülow jetzt auch in Mannheim Halt gemacht: Auf dem Marktplatz war der Andrang bereits nach der ersten halben Stunde groß – und viele Mannheimer nutzten die Chance, ihr mitgebrachtes Wasser ausführlich vor Ort durchchecken zu lassen.

Dabei untersucht der Umweltschützer mit einem Helfer die Proben aus den mitgebrachten Flaschen auf Nitrat- Salz, - und Säuregehalt. Die schnellsten Ergebnisse lassen sich bereits nach ein bis zwei Stunden vor Ort ablesen bei der sogenannte Gießwasseruntersuchung. Dabei werden der pH-Wert, Nitratgehalt und die Leitfähigkeit des Wassers analysiert. „Das ist sinnvoll, wenn man das Wasser nur zum Gießen von Nutzpflanzen und im Garten verwendet“, sagt der Umweltschützer.

Die meisten Besucher entscheiden sich an diesem Tag aber für die umfangreichere „Garten- und Brauchwasseruntersuchung“. Sie eignet sich für diejenigen, die das Grundwasser zum Befüllen für Teich und Planschbecken oder zum Duschen benutzen und es Haustieren zum Trinken geben. Die Wasserprobe wird auf Krankheitserreger wie coliforme Keime getest. „Ist der Test positiv, reicht es meistens aus, den eigene Brunnen zu sanieren“, erklärt Gülzow. Wer sein Brunnenwasser tatsächlich trinken oder damit kochen will, dem empfiehlt der Umweltschützer die umfangreichste aber auch teuerste Untersuchung: Bei der Trinkwasseruntersuchung wird das Wasser zusätzlich auf halogenhaltige Pestizide geprüft.

Die Ergebnisse werden nach einer bis zwei Wochen dann per Post verschickt. Wer das mobile Labor verpasst hat, kann seine Grundwasserproben aber auch im Nachgang per Post einschicken und untersuchen lassen.