Mannheim

Erkennen Sie Mannheim? (Auflösung Folge 150) Gesucht war der Pfalzplatz auf dem Lindenhof mit Blick auf das Richard-Böttger-Heim

Gruselmomente und die erste große Liebe

Es ist nur ein Schwarz-Weiß-Foto, eine Momentaufnahme aus einer Zeit, als Tennisspielerinnen noch weiße Röcke trugen, die ihnen fast bis zu den Fesseln reichten. Und doch reicht die Abbildung aus, um bei vielen Lesern Erinnerungen an längst vergangene Kindheitstage zu wecken, an waghalsige Spiele in ehemaligen Bunkeranlagen, an ganz spezielle Gerüche – und an das Herzklopfen beim ersten Verliebtsein. Der Pfalzplatz war das Lösungswort von Folge 150 des „MM“-Rätsels „Erkennen Sie Mannheim?“ Ein Ort, den viele Leser mit Erlebnissen verbinden, die für sie bis heute unvergesslich geblieben sind.

Genau wie der große Schwarm, der bei Bernd Ettelbrück damals Susi hieß: „Ein kleines, freches Mädchen, sehr keck und draufgängerisch mit Rollschuhen. Die hat immer mit älteren Jungs gespielt und konnte ganz toll klettern.“ Zum Beispiel über den Zaun um den alten Bunker unter dem Pfalzbau: „Ich hatte schon beim Zusehen Angst um sie.“ Ihrer Einladung, es ihr nachzumachen, sei er nie gefolgt: „Ich hatte zu viel Bammel.“ Im Gegensatz zu den älteren Nebenbuhlern: „Da war ich sauer und traurig, das Wort Eifersucht kannte ich als siebenjähriger Bub natürlich noch nicht.“ Doch Susi zeigte Charakter und nahm’s dem Jungen aus der Bellenstraße nicht krumm: „Und so durfte ich sie mit dem Fahrrad ziehen, wenn sie Rollschuh fuhr.“ Auch später blieb seine Liebe zu einer schönen Perserin, die in einem Gebäude mit der Adresse Pfalzplatz 13 wohnte, eher unerwidert: „Es war trotzdem wunderschön, gerade wenn die Träume unerfüllt bleiben. Ja, so sind sie, die Geschichten von meinem Pfalzplatz.“

Ort mit düsterer Vergangenheit

Ein Ort, den Sigrid Rau „in solch einer Pracht“ wie auf dem Rätselfoto nicht mehr gekannt hat: „Wir wohnten in der Hausnummer 19. Und den Pfalzplatz, den ich kannte, der war zerbombt. Überall lagen Trümmer herum.“ Doch die Bombentrichter und der Bunker seien auch „herrliche Spielplätze für uns Kinder“ gewesen. „Die Gefahren, die in den sehr dunklen und übelriechenden Räumen eventuell lauerten, waren uns im naiven Kindheitsalter überhaupt nicht bewusst“, schreibt Manfred Hexamer: Es war ein riesengroßer Abenteuerspielplatz, mit allerdings sehr düsterer Vergangenheit.“

An gruselige Momente beim „Herumstromern“ auf dem Gelände erinnert sich auch Klaus Hinkel. Und an „Onkel Willy“ aus der Hausnummer 25. Der betrieb mit seiner Frau das Haushaltswarengeschäft „Hinkel“ in der Meerfeldstraße 49: „Ich habe, um ein zusätzliches Taschengeld zu verdienen, für den Laden Auslieferungen vorgenommen. Auch für die Anwohner des Pfalzplatzes. So habe ich einen Eindruck über viele Bewohner und die Struktur des Wohnstandortes bekommen.“ Auch ein Klassenkamerad habe dort gewohnt: „Raimund Overdick. Was aus dem wohl geworden ist?“ Und obwohl das Bild „vor meiner Zeit entstanden ist“, wie Oliver Fendt aus der Beethovenstraße versichert, „denn ich bin erst 1969 geboren“, so nehmen der Pfalzplatz und der Stadtteil doch eine große Bedeutung in seinem Leben ein: „Ich bin dankbar, dass ich auf dem Lindenhof heranwachsen durfte.“ Die Gemeinschaft mit den Klassenkameraden aus der Diesterwegschule, Rollhockey auf dem Schulhof oder beim MFC 08-Lindenhof, Schlittenfahren im Waldpark – eine Fülle von Erlebnissen, an die er immer noch gerne zurückdenkt: „Es war einfach eine tolle Kindheit!“