Mannheim

„Gut gemacht, Mannheim“

„Von der Neckarpromenade gesehen leuchtet es wie ein Juwel aus der Neckarstadt-West“: Euphorisch umschreibt Facebook-Nutzer Michl Fischer das Wandbild in der Mittelstraße. In dem sozialen Netzwerk gibt es viel Lob für das neue Werk der Reihe Stadt.Wand.Kunst (SWK) – aber auch kritische Anmerkungen.

„Monnem wärd jo immä scheena“, kommentiert Sascha Walter unter einem Foto vom knallbunten Mural des Künstlers 1010, das die Alte Feuerwache online präsentiert. „Sieht super aus. Da wird man glatt hypnotisiert“, schreibt Bina Rise. Auch auf der Facebook-Präsenz des Projekts – Stadt.Wand.Kunst – ernten Künstler und Initiatoren Anerkennung: „Sieht cool aus, könnt ihr ruhig mit jedem Schandfleck so machen“, findet Benjamin Gross. Silke Kuhn zeigt sich völlig beeindruckt: „Fantastisch, spektakulär, phänomenal, genial! Nicht zu übersehen – farbenfroh. Gut gemacht, Mannheim.“ Roswitha Buhl schreibt: „Ich bin total begeischdad. Do wo jetzt der Döner is, war frieher ä Kiosk, des hawe ma nur des grine Heisl genennt. Do wars noch schä in moina Jugend in de Neckastadt.“

„Gesprühe mit groben Düsen“

Weniger begeistert ist hingegen Ulrich Ludat: „Ja sagt’s mal, hat denn der ganze Kunstunterricht an deutschen Gymnasien und anderen weniger höheren Lehranstalten keinerlei Effekt gehabt!?“, will er unter einem SWK-Beitrag auf der Facebook-Seite von Grünen-Stadtrat Gerhard Fontagniers wissen. Er bezeichnet das 1010-Mural als „kunstloses Gesprühe mit groben Düsen“. Nutzer Marko Kidone Kidone hat – unterm Bild des neuen Werks in der Itzsteinstraße – eine Frage ans SWK-Team: „Wie wäre es mal mit lokalen Künstlern?“

Auf der Facebook-Seite von Oberbürgermeister Peter Kurz geht es bei der Kritik eher um die Frage, wofür die Stadt Geld ausgeben sollte, als um die künstlerische Qualität: „Lieber Herr Bürgermeister, die Stadt Mannheim braucht mehr Krippenplätze!“, schreibt Johannes Fritz Groebler unter Kurz’ Post zum neuen Wandbild. Jens Tomiczek kritisiert: „Das sieht absolut lächerlich aus und gerade in dieser Straße herrscht eine äußerst hohe Kriminalität, die sich von Bildern nicht eindämmen lässt.“ Durdane Yasin findet, Straßenerneuerung in der Neckarstadt-West „wäre viel schlauer“. Und Horst Lederer betont, dass „wir in Mannheim“ andere Probleme haben, die es zu lösen gelte. „Kultur für ein paar wenige können wir uns nicht leisten.“ Andere loben das Kunstwerk auch hier. Wolfgang Naumer sucht den Kompromiss: „Stadtreparatur geht anders“, schreibt er. „Aber temporär ein Gewinn.“ akj