Mannheim

Gut kalkulieren

Meena Stavesand über möglichen Verkauf des Patientenhauses

Elf Millionen Euro hat der Bau des Patientenhauses das Uniklinikum 2008 gekostet - selbst finanziert, ohne Darlehen. Was die Immobilie zehn Jahre später noch wert ist, darüber schweigt die Universitätsmedizin Mannheim. Dennoch dreht sich alles um diese entscheidende Frage: Wie viel Geld bringt das Patientenhaus ein? Reicht der Ertrag, um Investitionen zu tätigen, die das Klinikum aus der Finanzkrise herausbringen?

Das Patientenhaus ist eine Einrichtung, die es so in Deutschland kein zweites Mal gibt. Es könnte für Investoren also eine attraktive Immobilie, eine gute Anschaffung sein, schließlich ist das Haus darlehensfrei. Das ist ein Pfund, mit dem das Klinikum wuchern kann. Es darf daher kein Notgeschäft eingehen, das Gebäude nicht unter Wert verscherbeln. Ein Verkauf muss gut durchdacht sein.

Denn die Mietkosten würden dann zur Dauerbelastung. Dafür fallen kommende Finanzierungen der Instandhaltung oder fürs Immobilienmanagement weg. Ein Verkauf könnte sich also rechnen. Wenn auf diese Weise Investitionen in die medizinische Versorgung ermöglicht würden, müssen Klinikum und Stadt handeln und alles versuchen, das verlorene Vertrauen nach dem Hygieneskandal zurückzugewinnen. Das gelingt nur mit guter Arbeit und einem umfassenden Versorgungsangebot.