Mannheim

Landgericht Gewalt-Opfer sagt ohne Öffentlichkeit aus

Gutachter äußern sich am Dienstag

Archivartikel

So viel steht fest: Velko A. hat seine schwangere Lebensgefährtin mit einem Ast brutal verprügelt – das gab der 36-jährige Bulgare (wie berichtet) bereits beim Prozessauftakt zu. Die Vierte Strafkammer am Landgericht muss klären, ob das vier Tage später auf dem Weg zum Klinikum im Auto tot geborene Baby als Folge der massiven Schläge oder durch Abtreibungspillen gestorben ist. Jedenfalls behauptet der Angeklagte, seine Lebensgefährtin habe solche Medikamente geschluckt.

Beziehung von Konflikten geprägt

Am Montag sagte die 26-jährige Bulgarin aus. Während ihrer Befragung schloss die Kammer die Öffentlichkeit zum Schutz der Privatsphäre des Opfers aus. Deshalb erfuhren Prozessbeobachter lediglich, dass die Zeugin seit ihrem 13. Lebensjahr mit Velko A. in ihrer Heimat zusammenlebte und vier Kinder mit ihm hat. Dass die Beziehung von Konflikten geprägt war, zieht sich wie ein roter Faden durch das Verfahren. So kam zur Sprache, dass der Angeklagte aus Eifersucht Haus samt Hab und Gut anzündete – weil seine Lebensgefährtin dort angeblich Sex mit anderen Männern hatte.

Der im Sommer 2018 mit nach Deutschland gereiste Sohn war am Montag sichtlich erregt, als er im Gerichtssaal seinen Vater sah. Warum er am Abend des 28. September aus dem im Casterfeld illegal aufgebauten Zelt rannte, um Hilfe zu holen, dazu wollte er sich nicht äußern – er machte von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch. Am heutigen Dienstag kommen Gutachter zu Wort.

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