Mannheim

Gute Erfahrungen im Gepäck

Bei einer Tageszeitung wie dem „Mannheimer Morgen“ ein Praktikum zu machen, das war mein Traum. Seit ich mein Journalismus-Studium und meinen Master in Kommunikation in Brasilien abgeschlossen habe, wollte ich Erfahrung im Ausland sammeln. Als Gewinnerin des Internationalen Journalistenpreises „Mannheim, Hauptstadt der deutschen Sprache“ habe ich das Ziel erreicht: Ich durfte zwei Wochen beim „MM“ mitarbeiten – heute ist mein letzter Tag.

Ich schaute, wie die Redakteure arbeiten, begleitete sie zu Terminen, schrieb kleine Texte und habe viel gelernt, besonders in der Lokalredaktion. Der deutsche Journalismus und der brasilianische sind in vielen Punkte ähnlich: Man legt großen Wert auf gut recherchierte und geschriebene Reportagen, muss schnell arbeiten und viel auf einmal verfassen. Trotzdem ist es hier in der Redaktion viel ruhiger als in Brasilien. Dort herrscht immer Lärm.

Das ist mein dritter Besuch in Deutschland. Ich habe eine enge Beziehung zu dem Land: Meine Vorfahren sind im 19. Jahrhundert aus Deutschland ausgewandert. Deshalb sprechen meine Eltern in Brasilien noch einen Dialekt, der aus dem Hunsrück stammt. Aus diesem Grund war es einfacher, Deutsch zu lernen.

Außer der Arbeit in der Redaktion habe ich viel während meines Aufenthalts in Mannheim gemacht. Ich besuchte das John-Deere-Traktorenwerk, traf Oberbürgermeister Peter Kurz und lernte interessante Leute kennen.

In Brasilien habe ich vor Kurzem mit einer Partnerin eine Agentur für Kommunikation gegründet. Unser Fokus liegt auf Landwirtschaftsbetrieben sowie auf journalistischem Inhalt. Ich bin sicher, dass die Kenntnisse, die ich beim „MM“ sammelte, für mich in Brasilien nützlich sein werden, besonders weil ich mein Deutsch verbesserte und den Alltag einer Tageszeitungsredaktion erlebte. Cândida Schaedler