Mannheim

Bildung Gesamtelternbeirat wählt Thorsten Papendick zum neuen Vorsitzenden / Sabine Leber-Hoischen nach rund zehn Jahren im Vorstand verabschiedet

„Habe gelernt, dass man hartnäckig bleiben muss“

Mannheim.Kampf für Gemeinschaftsschule, Grundschule ohne Noten, bessere Lehrerversorgung, Musikgymnasium, G 9-Angebot an einem öffentlichen allgemeinbildenden Gymnasium: Der Mannheimer Gesamtelternbeirat (GEB) ist im Dauerstress. Aber in seinem Engagement will er nicht nachlassen. Das wurde bei der Vollversammlung der Elternbeiräte deutlich. Sie wählten Thorsten Papendick von der Integrierten Gesamtschule Herzogenried (IGMH) zum neuen Vorsitzenden.

Bisher war er Stellvertreter und stand Matthias Mackert (Helene-Lange-Schule) zur Seite. Jetzt tritt Mackert an die zweite Stelle, weil er künftig verstärkt im Landeselternbeirat tätig werden möchte. Dort hat er im Frühjahr Sabine Leber-Hoischen ersetzt. Jetzt legte die Rheinauerin nach zehn Jahren auch ihr Amt als GEB-Vorstandsmitglied nieder, ihre Kinder sind der Schule „entwachsen“.

Mehr als 19 Jahre in der Elternarbeit liegen hinter Leber-Hoischen – erst im Kindergarten, dann in der Almenhofgrund- und der Wilhelm-Wundt-Realschule. Seit 2011 gehörte sie dem Landeselternbeirat an, bis vor wenigen Tagen arbeitete sie außerdem im Bundeselternrat mit. So bescheinigte ihr Thorsten Papendick ein hohes Engagement, das das ganze Gremium vermissen werde. Sie habe immer „wie eine Löwin“ gekämpft“, würdigte er ihre Arbeit.

Nach einem Zusammentreffen mit Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vor ein paar Monaten sagte die Mannheimerin: „Sie ist sehr streitbar.“ Das gilt allerdings genauso für Sabine Leber-Hoischen. „Ich habe in dieser ganzen Zeit gelernt, dass man hartnäckig bleiben muss“, sagt sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Und: „Wichtig ist, dass sich die verschiedenen Schulen nicht gegeneinander ausspielen lassen.“ Dieser Zusammenhalt habe den GEB starkgemacht.

Gute Zusammenarbeit mit Stadt

So freut sie sich trotz manchen „Kampfes gegen Windmühlenflügel“ über Erfolge wie das landesweite Durchsetzen der Gemeinschaftsschule. Zwei davon gibt es mit Kerschensteiner und Johannes-Kepler-Gemeinschaftsschule in Mannheim – das erreicht zu haben, sei toll. Die Zusammenarbeit mit der Stadt empfand Leber-Hoischen als gut und konstruktiv – „auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren“.

Das ist auch gegenwärtig so. Die im Doppelhaushalt 2018/19 geplanten Investitionen hält der GEB zwar für durchaus sinnvoll, aber er vermisst verschiedene Maßnahmen. So fehle der Bau der Mensa und Sporthalle an der Gretje-Ahlrichs-Schule ebenso wie ausreichende Mittel für die Schulentwicklung in Neckarau, Geld für zusätzliche Reinigung von Ganztagsgrundschulen, die Käthe-Kollwitz-Turnhalle und die Sanierung von etlichen Toiletten.

Bei ihrer Verabschiedung während der Vollversammlung sagte Leber-Hoischen, sie habe ihre Arbeit im GEB immer mit viel Freude gemacht. „Wir konnten gemeinsam viel bewegen – das war jede Minute wert.“ Viel bewegen möchte sie auch weiterhin, unter anderem als Mannheimer Vorstandsmitglied des Vereins „Schule mit Zukunft“ und als Vorsitzende der Mannheimer SPD-Arbeitsgemeinschaft für Bildung.