Mannheim

Geburtstag Ex-Fasnachtprinz Franz Barth wird 75

Hang zum Anderssein

Er muss noch bis September zwei neue volkswirtschaftliche Fächer vorbereiten, daher fällt der Urlaub ebenso aus wie eine große Feier. „Arbeit hält fit und jung!“, sagt Franz Barth daher, wenn man ihn auf seinen 75. Geburtstag am Sonntag anspricht. Als Fasnachter bekannt, arbeitet er nämlich eigentlich als Dozent – und das weit über das übliche Ruhestandalter hinaus.

An der Dualen Hochschule (DHBW) Mannheim hatte er – von den Studenten wegen seines Praxisbezugs sehr geschätzt – als Leiter den Studiengang „Veranstaltungsmanagement“ aufgebaut und bis zu seiner Pensionierung 2009 geleitet. Doch der 75-Jährige hält weiterhin Vorlesungen an der DHBW Mosbach und überwiegend an der DHBW Karlsruhe – in den Fachrichtungen Handel, Bankwesen, Industrie, Steuerlehre, seit einem Jahr auch im Fach Unternehmensbesteuerung. „Nächstes Jahr feiere ich 50 Jahre Hochschulpauker“, sagt er stolz.

In Kassel geboren, führte ihn das Studium der Betriebswirtschaftslehre in die Kurpfalz. Nach kurzer Assistententätigkeit an der Uni Heidelberg war er sieben Jahre Fachhochschullehrer bei der Stiftung Rehabilitation in Heidelberg und hatte sich gerade als Unternehmensberater selbstständig gemacht – da kam 1979 die Chance, als Fasnachtsprinz schlagartig bekanntzuwerden. Doch er wurde nicht nur bekannt, sondern berüchtigt – denn in seiner Kampagne ging viel schief, manches machte er auch bewusst anders. Während viele ihn „Katastrophenprinz“ schimpften, kultivierte er das Anderssein gerne als Markenzeichen.

So hat er sich als Protokoller in der Bütt ebenso einen Namen gemacht wie als „Bohnenkönig“ Speyer (1996) sowie als Vereinsgründer („Blaue Veilchen“, nun „Club der Knöchelträger“). Wie er es schafft, dass er für die von ihm kreierte Auszeichnung jedes Jahr prominente Persönlichkeiten gewinnt, ist vielen Beobachtern stets ein Rätsel. Die Auszeichnung ist indes Menschen gewidmet, die sich für andere die Knöchel aufreiben. Neuerdings engagiert sich Barth bei der Bürgerstiftung Mutterstadt. pwr