Mannheim

Arbeit Bernd Hill macht zwar jetzt im Sommer drei Wochen Urlaub, ist aber auch mit Reparaturen in der Einrichtung beschäftigt

Hausmeister: „Es ist schon ungewohnt und ruhig“

Archivartikel

In den Sommerferien herrscht in Schulen gähnende Leere. Zumindest scheint es so. Doch auch in der freien Zeit müssen sich Menschen um einiges kümmern. Diese Aufgabe übernehmen die Hausmeister. Aber wann haben sie frei? Steht die Schule doch manchmal leer? Wie viel muss noch gemacht werden? Das erzählt Hausmeister der Gustav-Wiederkehr-Schule in Sandhofen, Bernd Hill. „Der Urlaub muss mit Kollegen des Schulbezirks abgesprochen werden, damit jeder seine drei Wochen frei hat“, sagt Hill. „Das ist jetzt das erste Jahr, dass es bei mir klappt. Sonst sind es immer so zweieinhalb“, verrät er und lacht. Die Zeit fehle, weil die Schulleitung die Hausmeister bittet, noch zwei Tage nach Ferienbeginn und dann zwei Tage vor dem Ende vor Ort zu sein, um Wichtiges zu besprechen.

Der Urlaub der Hausmeister sei immer feriengebunden, sagt er. Dennoch müssten in dieser freien Zeit auch Dinge erledigt werden, die sonst den Unterricht stören würden. Sie müssen Klassenräume und Flure grundreinigen – und auch das Vordach der Schule sei noch nicht fertig erzählt Bernd Hill. „Ich besuche auch noch die Außenstelle und zwei andere Schulen, an denen ich Kollegen vertrete.“ Durch Lehrerwechsel ändere sich der Raumplan, Hill muss darum auch noch Möbel verrücken. Auch Reparaturen fallen an. „Nicht nur an der Sandhofen Schule wurde randaliert. Es gab auch einen Zwischenfall hier an der Gustav-Wiederkehr-Schule. Eine Bank ist durch Feuer beschädigt worden“, verrät der Hausmeister. Trotz der handwerklichen Arbeit, die anstehe, sitze Hill noch oft am Computer. Vieles erledigen Firmen, die er koordinieren muss. „Den Hausmeister im grauen Kittel mit seinem Besen sieht man heute nicht mehr.“ Alle Termine mit Handwerksfirmen versuchen die Hausmeister so zu legen, dass sie persönlich anwesend sind. „Man muss das Beste daraus machen.“

Sonst niemand da

„Man ist schon allein, es ist ungewohnt und sehr ruhig“, beschreibt er das Gefühl, ohne Kinder in der Schule zu sein. Zugang hätte während der Ferien nur das Sekretariat, die Schulleitung und er. „Lehrer können nach Absprache mit mir aber in die Schule – oder wenn ich ihnen den Schlüssel gebe“, sagt Hill. Manchmal kommen sie, um etwas vorzubereiten oder wenn sie einen anderen Klassenraum kriegen. Dabei hilft Hill gerne. Trotzdem betont er: „Weisungsbefugt ist die Schulleitung. Lehrer nicht, auch wenn sie das denken“ – schmunzeln muss er nach dieser Aussage aber doch.

Es gibt aber noch andere Baustellen. Die Gustav-Wiederkehr-Schule schließt ihre Schülerbetreuung nur die letzte Hälfte der Ferien. „Auch die haben ihre Problemchen“, erzählt Hill. Genauso könne ein Kollege krank werden, so dass man bei noch mehr Schulen nach dem Rechten sehen muss. Es sei auch ungewohnt keinen zweiten Hausmeister als Unterstützung zu haben, der alles abends abschließt. „Da fragt man sich dann doch, hab ich alles abgeschlossen? So wie andere sich fragen, ob das Bügeleisen noch an ist“, witzelt der Hausmeister.