Mannheim

Kinder-Uni Kleine Studis können Therapien und Hirnfunktionen bei Vorlesungen im Mannheimer Uniklinikum spielerisch verstehen lernen

Heilende Strahlen leicht erklärt

Jeder Mensch freut sich, wenn die Sonne scheint – und alle mit ihren Wärmestrahlen verwöhnt. Aber ganz andere Strahlung steht im Fokus der Vorlesung der Kinder-Uni in Mannheim am 21. März. Bei einer von zwei Vorträgen für Kids geht es um Strahlen, mit denen Ärzte Patienten behandeln. Ganz wichtig ist diese Methode bei der Therapie von Krebs. Kinder, die wissen wollen, was genau Krebs ist und auf welche Art die Methode beim Heilen helfen kann, sind bei dieser Vorlesung genau richtig.

Kann man die Strahlen sehen, riechen, schmecken oder fühlen? Oder tun sie sogar weh? Was passiert bei der Therapie im Körper? Wie sieht ein Gerät aus, mit dem bestrahlt wird? Anna Simeonova-Chergou, Funktionsoberärztin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, hält die Vorlesung für die kleinen Studis. In der Vorlesung führt ein kleiner Affe durch die Klinik und zeigt in Bildern, wie er behandelt wurde und was er dabei alles erlebt hat.

Zähneputzen fürs Gehirn?

Ein weiterer Vortrag lockt die kleinen Denker, die verstehen wollen, wie ihr Denkorgan funktioniert. Denn unser Gehirn besteht aus Nervenzellen. Einige dieser Nervenzellen haben ganz besonders faszinierende Aufgaben: Sie helfen, andere Menschen besser zu verstehen – und so quasi Gedanken zu lesen. Zudem geht es auch um „Sport“ fürs Hirn in der Vorlesung von Achim Gass, Professor und Arzt der Neurologischen Klinik. Dabei wird auch gefragt: Wie können wir unser Gehirn pflegen, damit es möglichst gut funktioniert? Und gibt es so etwas wie Zähneputzen für die Zähne auch fürs Gehirn? „Medizinische Erkenntnisse können spielerisch, altersgerecht, spannend erlebt werden“, sagt Gass über die Kinder-Uni. Das komme bei den Kids sehr gut an. „Und unsere Jung-Studenten sind immer sehr wissensdurstig: Oft verknüpfen sie ihre eigenen Erfahrungen mit den Vorlesungsinhalten und stellen viele interessante Fragen.“ Und die Kinder erlebten, dass der „ernste“ Ort Uniklinikum und die Kollegen, die hier arbeiten, ihnen Interessantes vermitteln können.

Mit dabei ist auch immer das „Mannheimer Morgen“-Maskottchen Fred Fuchs, der das Event auflockert. „Mit der Kinder-Uni Medizin wollen wir Kinder für Medizin und Forschung begeistern“, sagt auch Dirk Schuhmann, Sprecher des Universitätsklinikums. „Sie sollen ihren Körper und seine Funktionen besser kennenlernen und hautnah erleben, wie neues Wissen entsteht.“ Dabei stehe natürlich der Spaß an der Sache im Vordergrund. „Vielleicht sitzt ja auch der eine oder andere künftige Arzt oder Pflege-Experte im Hörsaal?“, so Schuhmann.

Viele „Langzeitstudenten“

Dass die Kinder-Uni ankommt, zeige auch, dass die 150 Plätze jedes Jahr zweimal hintereinander voll belegt sind, findet Schuhmann. Und das verdeutliche auch der große Anteil von „Langzeitstudenten“, die schon seit vielen Jahren immer wieder dabei seien. „Über die freuen wir uns genauso wie über neue Besucher, die das erste Mal zu uns kommen“, sagt Schuhmann. Schon seit 2006 findet die Kooperation zwischen dem „Mannheimer Morgen“ und dem Universitätsklinikum statt.

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