Mannheim

Jugendfeuerwehr BBBank ermöglicht Kauf eines „Feuertrainers“

Heiße Flammen als Übung

Archivartikel

Mit ihm wird es richtig heiß, lodern die hellen Flammen in die Höhe, kann man richtig löschen: Die Mannheimer Jugendfeuerwehr verfügt jetzt über einen „Feuertrainer“. Ermöglicht hat das die BBBank mit einer Spende von 10 000 Euro. Nur dadurch konnte das Gerät, das nun bei allen acht Jugendfeuerwehren in den Stadtteilen sowie der Brandschutzerziehung in Schulen zum Einsatz kommt, angeschafft werden.

„Für die Kinder ist das natürlich eine tolle Sache, wenn man auch mal an echtem Feuer üben darf“, freut sich Rouven Hübner, der Stadtjugendfeuerwehrwart. „Gerne unterstützen wir mit unserer Spende die Nachwuchsförderung. Sie ist ein wichtiger Bestandteil in der Arbeit der Jugendfeuerwehr“, sagt Christian Jacoby von der BBBank bei der Übergabe. Das Geld stammt aus den Mitteln des Gewinnsparvereins – einer Lotterie der Bank, in der man mit fünf Euro pro Monat teilnehmen und Preise gewinnen kann.

Großer Mitgliederzuwachs

Die Jugendfeuerwehr erlebte zuletzt einen enormen Mitgliederzuwachs. Fast 160 Mitglieder zwischen zehn und 17 Jahren tragen derzeit die Uniform – im Herbst 2016 waren es noch 78. Der „Blaulichtumzug“ im März 2017, danach der Tag der offenen Tür der neuen Feuerwache weckten viel Interesse. Zudem gibt es inzwischen auch zwei Kindergruppen für Mädchen und Jungen ab sechs Jahren, weitere folgen.

Der „Feuertrainer“, auf einem extra angefertigten Rollwagen verbaut und damit mobil einsetzbar, kann „unter kontrollierten Bedingungen sicher und umweltfreundlich realitätsnahe Brände nachstellen“, erläutert Hübner. Das Gerät wird mit zwei Gasflaschen betrieben, simuliert Flüssigkeitsbrände, Feststoffbrände und Gasfeuer in einer Wanne mit verschiedenen Aufsätzen. Sie stellen etwa eine Mülltonne, einen Röhrenbildschirm, einen Elektromotor und einen Schaltkasten dar. Dazu kommen wiedervefüllbare Wasserlöscher. Per Knopfdruck kann ein Ausbilder oder Betreuer die Flamme sofort ausschalten, wenn ein Löschversuch misslingt. Auch eine Fettexplosion – wenn man Fett fälschlicherweise mit Wasser löscht – lässt sich an dem Gerät erzeugen.

„Wir möchten und müssen einer hohen Erwartungshaltung der Kinder und Jugendlichen an abwechslungsreiche, aufregende und actionreiche Übungsabende, die aber auch immer lehrreich und im Sinn der Unfallverhütungsvorschriften gestaltet werden müssen, gerecht werden“, begründet Hübner, warum er für die Spende dankbar ist. Mit dem Gerät könnten Kinder und Jugendliche „altersentsprechend live die Gefahren von Feuer und Hitze in einer sicheren Umgebung erleben, ausprobieren und üben“, erklärt er.

Natürlich gehe es in erster Linie um Nachwuchswerbung „trotz Überangebot an Freizeitgestaltungsmöglichkeiten durch Vereine und private Anbieter“, denn „ohne eine funktionierende Jugendfeuerwehr wäre das Ehrenamt der Freiwilligen Feuerwehr in seiner jetzigen Form massiv bedroht“, so Hübner. Da das Gerät aber zugleich für die Brandschutzerziehung von Lehrkräften und Schülern verwendet werde, bedeute das „ein weiteres Plus an Sicherheit in der Gesellschaft“, so Hübner.