Mannheim

Insekten Stadt will Populationen des Tieres lokalisieren

Hilfe bei Suche nach Tigermücken

Archivartikel

Um zu verhindern, dass die Asiatischen Tigermücken bei uns heimisch werden, ist es laut dem städtischem Fachbereich Gesundheit notwendig, die bislang noch sehr eingeschränkt vorkommenden Populationen zu lokalisieren und dann einzudämmen. Rund um Mannheim wurden in Heidelberg – und ganz aktuell in Ludwigshafen – schon Tigermücken ausfindig gemacht. Es ist daher möglich, dass auch in der Stadt bereits Populationen zu finden sind, allerdings gibt es hierzu bislang keinen Nachweis. Der Fachbereich möchte Bürger motivieren, sich an der Jagd zu beteiligen. Wer denkt, möglicherweise eine Asiatische Tigermücke gefunden zu haben, kann diese in R1, 12, an der Information im ersten Obergeschoss abgeben oder diese mit der Post schicken.

Leicht zu verwechseln

Die Asiatische Tigermücke kann sehr leicht mit einheimischen Mückenarten verwechselt werden, vor allem mit der Ringelschnake. Wie die Namen andeuten, sind beide Arten durch Tigerung beziehungsweise Ringelung gekennzeichnet. Im Vergleich ist dies jedoch bei der Tigermücke weit ausgeprägter. Auch sind Tigermücken mit rund sieben Millimetern wesentlich kleiner als die heimischen Ringelschnaken. Bei näherem Hinsehen wird zudem ein Merkmal erkennbar, das der Tigermücke den lateinischen Namen „albopictus“ einbrachte, was „der Weißgezeichnete“ bedeutet: Die Tiere haben auf der vorderen Rückenhälfte eine weiße Linie, die bei heimischen Ringelschnaken fehlt.

Insgesamt bekam das Gesundheitsamt der Stadt seit 2016 etwa 30 Exemplare verschiedener Mücken- oder anderer Insektenarten von Bürgern eingereicht. Eine Asiatische Tigermücke sei bisher glücklicherweise nicht darunter gewesen. Die Asiatische Tigermücke stammt ursprünglich aus Südostasien und ist dort eine der häufigsten und am weitesten verbreitete Stechmückenarten. In der jüngsten Vergangenheit kam es vermehrt zur Einschleppung der Tigermücke, etwa bedingt durch die Zunahme des internationalen Warenverkehrs, zunächst vor allem nach Südeuropa – inzwischen aber auch nach Deutschland.

Potenzieller Viren-Überträger

Die Asiatische Tigermücke ist nicht nur als Lästling von Bedeutung, sondern auch als potenzieller Überträger verschiedener für den Menschen gefährlicher Viren. Darunter sind das Dengue-, das Chikungunya- oder das West-Nil-Virus. Vermutet wird auch die Übertragungsmöglichkeit weiterer Virusarten, die in Europa bisher nicht vorkommen. In Deutschland ist bisher kein einziger heimisch erworbener Krankheitsfall durch diese Virusarten bekannt.

Tigermücken nutzen kleinste Wasseransammlungen in natürlichen und künstlichen Behältern, wie zum Beispiel Astlöcher in Bäumen, Regentonnen, Gullys, Blumenvasen und Blumentopfuntersetzer, Vogeltränken, Gebrauchtreifen oder verstopfte Dachrinnen zur Eiablage. Es ist laut Gesundheitsamt daher wichtig, solche potenziellen Brutstätten zu beseitigen, indem man beispielsweise Eimer oder Gießkannen so lagert, dass sich kein Regenwasser ansammeln können. 

Info: Weitere Informationen zu Tigermücken unter: www.kabsev.de.

Zum Thema