Mannheim

Opferschutz Polizei kann Täter aus der Wohnung werfen

Hilfe durch Verweis

Vor knapp 18 Jahren wurde der Wohnungsverweis als Modellprojekt mit dem Motto „Wer schlägt, der geht“ in Mannheim und weiteren Städten Baden-Württembergs eingeführt. Seit 2002 gibt es ihn auch bundesweit. Der Wohnungsverweis ist ein Opferschutz: Stellen Polizisten nach einem Notruf häusliche Gewalt fest, können sie den Täter der Wohnung verweisen. Dieses Verbot gilt zwischen vier und 14 Tagen. Einen längeren Schutz kann danach nur das Amtsgericht anordnen. Der Täter muss in der Regel die Schlüssel zur Wohnung direkt abgeben.

Beratung nach Einverständnis

Mit dem Wohnungsverweis kann auch eine Beratung einhergehen. Die Opfer von häuslicher Gewalt werden darüber von den Polizisten nach dem Einsatz aufgeklärt. Wenn sie ihr Einverständnis geben, werden sie von sogenannten Clearingstellen kontaktiert. In Mannheim übernehmen diese Aufgabe das Fraueninformationszentrum und das Frauen- und Kinderschutzhaus Heckertstift.

In Mannheim sei laut Polizei die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt in den vergangenen fünf Jahren gleichbleibend. 2016 gab es rund 220 Opfer. Im vergangenen Jahr hatte die Polizei 247 Einsätze zu der Problematik. ena