Mannheim

Spenden 19-Jähriger muss im Uniklinikum operiert werden

Hilfe für Eric aus Ecuador benötigt

Eigentlich wollten Eric und Steaven aus Ecuador nur ihren Schulabschluss in Mannheim feiern. Doch dann kam alles anders. Eric leidet seit seiner Geburt an einer schweren Erkrankung der Harnwege. Auch durch immense Spendenunterstützung nach „MM“-Aktionen konnten in der Vergangenheit mehrmals Operationen von Spezialisten im Uniklinikum durchgeführt werden (wir berichteten). Nun wurden während Erics Deutschland-Aufenthalt bei der Familie Kaltenmaier aus der Gartenstadt erneut Komplikationen festgestellt.

Die Folge: Der 19-Jährige muss sich wieder einer Spezial-Operation unterziehen. Voraussichtlich wird ihm bei dem Eingriff ein künstlicher Harnleiter modelliert – aus Schleimhautgewebe, das aus seiner Mundschleimhaut entnommen wird. Die Zwillingsbrüder und die Familie Kaltenmaier, die für die beiden Jungs mittlerweile eine zweite Familie geworden sind, mussten diese Nachricht erst einmal verkraften.

Überwältigendes Engagement

Schon seit 15 Jahren kennen die Kaltenmaiers Eric jetzt und setzen sich genau so lange für ihn ein. Das engagierte pensionierte Lehrer-Ehepaar bekam nach einer Ecuador-Reise ganz zufällig Kontakt zu dem zu dieser Zeit vierjährigen Jungen. Mit ihrem Einsatz retteten sie ihm damals in einer akuten Krankheitsphase das Leben. „So positiv“, hat Margit Kaltenmaier noch heute die darauf folgende jahrelange Spendenbereitschaft der Mannheimer in Erinnerung, wie sie gerührt berichtet.

Eric hat trotz seiner schwierigen Situation und der vielen Eingriffe Vertrauen in die deutschen Ärzte und strahlt Zuversicht aus – das spürt man, wenn man mit ihm und seiner zweiten Familie am Gartentisch sitzt. Eine große Stütze ist ihm auch sein Bruder. Bei zahlreichen Untersuchungen weicht er ihm nicht von der Seite. Besonders dankbar sind die Kaltenmaiers auch dem Mediziner-Team um Raimund Stein und Maurice Stephan Michel vom Zentrum für Kinder-, Jugend- und rekonstruktive Urologie. „Sie haben so schnell reagiert und uns aufgenommen“, berichtet Gerd Kaltenmaier. Das Pflegepersonal und einige Ärzte erinnerten sich auch noch an Eric. Dieser will etwas zurückgeben: „Ich will Krankenpfleger werden!“, sagt er. Sein Bruder nickt auf dieselbe Art und Weise und ergänzt: „Ich auch!“

Die Operation haben die Ärzte für den Februar des nächsten Jahres angesetzt. Es besteht Hoffnung, dass Erics Leiden durch diesen Eingriff dauerhaft gebessert wird. Mit kreativen Aktionen, wie zum Beispiel dem Verkauf von Kunsthandwerk aus Ecuador auf dem Weihnachtsmarkt, bleiben die Kaltenmaiers dran, um das Spendenkonto für ihren Schützling zu füllen. Dieser und sein Bruder sind mittlerweile in der Gartenstadt bekannt – die ganze Straße grüßt, wenn sie zusammen im Stadtteil unterwegs sind.