Mannheim

Schloss "Gelber Salon" wegen Wasserschaden ausgeräumt

Historische Möbel müssen weichen

Archivartikel

Alle tragen Handschuhe. Sie arbeiten sehr ruhig, sehr schnell, sehr konzentriert - und binnen einer Stunde haben sie es auch schon geschafft: Vier Restauratoren der Staatlichen Schlösser und Gärten räumten gestern den "Gelben Salon" im Schloss aus. Dort gibt es nämlich einen Wasserschaden (wir berichteten), dessen Ursache unklar ist.

"Zum Glück hat man ihn gleich erkannt, daher gab es nur ein paar Tropfen Wasser auf den Kronleuchter und das Parkett", so Uta Coburger, für Mannheim zuständige Konservatorin der Schlösser und Gärten. Die kostbaren, originalen Einrichtungsgegenstände des 19. Jahrhunderts seien "völlig unbeschädigt" geblieben. Doch man weiß nicht genau, wo das Wasser herkommt. Daher wird ab Montag in dem Salon ein Gerüst aufgebaut und die Decke geöffnet, um den Schaden zu lokalisieren und zu beheben.

Eintritt ermäßigt

Doch ehe die Bauarbeiter anrücken, müssen knapp 40 historische Exponate weichen. "Vorsichtig anfassen, vorsichtig bewegen, vorsichtig absetzen", ist dabei für Thomas Merkl, Restaurator der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, und seine Kollegen die Devise. Unter den Konsoltischen, Sesseln, Stühlen, Gemälden, Wandleuchtern und Skulpturen sei "kein besonders kitzliges" Stück dabei, sagt er: "Man muss einfach generell vorsichtig sein", sagt Merkl. Ein 30 Kilo schwerer Spiegel sei "halt nicht so einfach zu fassen", doch daher nehmen er und seine Kollegen sich vieler Exponate auch bewusst gemeinsam an.

Gelagert werden die kostbaren Einrichtungsgegenstände vorübergehend im benachbarten Musikzimmer, das daher ebenso gesperrt wird. In den "Blauen Salon" darf man zwar weiter schauen, ihn aber nicht betreten. "Er hätte sonst keinen Fluchtweg, denn der Ausgang war bisher über den Gelben Salon", erklärt Harry Filsinger, der Leiter der Mannheimer Schlossverwaltung.

Als Trostpflaster gewähren die Staatlichen Schlösser und Gärten den Besuchern einen ermäßigten Eintrittspreis von sechs Euro für Erwachsene, ermäßigt drei Euro - sonst sind es sieben Euro oder 3,50 Euro. Wie lange die Bauarbeiten dauern, ist unklar: "Man weiß ja noch nicht, wo das Leck herkommt", sagt Filsinger. Doch danach werde das Parkett abgeschliffen und alles wieder eingerichtet wie bisher.

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