Mannheim

Das Wetter des Monats Der Januar war zu nass und wolkenreich / Wintersportler müssen sich gedulden

Hoch Angela gibt nur kurzes Gastspiel

Archivartikel

Auch wenn wir ihn als wenig freundlich in Erinnerung haben: Die Mannheimer haben zwar einen regenreichen, aber auch relativ warmen Januar erlebt. „Die Temperaturen lagen im Schnitt ein Grad über dem Mittelwert“, resümiert Andreas Pfaffenzeller, der im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes die Werte für die Quadratestadt im Auge behält. Hoch Angela und „Kollegin“ Brigida hatten zwar immer wieder versucht, sich mit einem Kaltluftvorstoß in den Vordergrund zu spielen. „Aber es blieb bei kurzen Gastspielen“, versichert der Meteorologe: „So ein richtig kräftiges Russlandhoch, wie es für diese Jahreszeit typisch ist, und das ein zwei Wochen lang aus dem Osten Kaltluft mitbringt, das hat es im Januar in Mannheim und in der Region nicht gegeben.“

Der wärmste Tag war der 13. mit einem Höchstwert von etwas mehr als zehn Grad. Die tiefste Temperatur betrug in den Morgenstunden des 22. Januar knapp minus acht Grad. Somit gab es auch nur vier statt der zu erwartenden sechs sogenannten Eistage, an denen die Lufttemperatur 24 Stunden lang unter der Null- Grad-Marke bleibt. Und ein Blick in die Aufzeichnungen von Wetterfachmann Pfaffenzeller belegten, dass lediglich am 30. Januar eine Schneedecke von einem Zentimeter Höhe gemessen wurde. Das sah beispielsweise in Stuttgart, wo der meteorologische Beobachter seinen Arbeitsplatz hat, ganz anders aus: „Da waren es 16 Schneetage.“

Warnung vor Eisglätte

Begünstigt waren die Mannheimer besonders in puncto Sonne: „Da hatten die Menschen deutlich mehr Glück als weiter im Süden Deutschlands.“ Das strahlende Tagesgestirn zeigte sich in der Quadratestadt 42,7 Stunden lang, das sind 93 Prozent des vieljährigen Mittels: „Stuttgart kommt nur auf rund 60 Prozent.“ Am 19. Januar schien die Sonne in Mannheim mit knapp acht Stunden am längsten. Mit einer Monatssumme von 48,7 Liter pro Quadratmeter erreichte der Januar rund 120 Prozent der Durchschnittsmenge und war damit zu nass. Die höchste Tagesmenge fiel am 5. Januar mit rund acht Liter pro Quadratmeter.

Leider sind auch die Aussichten für die kommenden Tage eher trüb. Nach einigen freundlichen Stunden und Temperaturen von minus 5,5 bis plus 5,5 Grad verabschiedet sich die Sonne heute im Lauf des Tages. Und kehrt so schnell nicht wieder zurück. „Vor allem die Autofahrer müssen sich am Donnerstag in der Frühe bei Minusgraden vor Eisglätte hüten“, warnt der Wetterexperte.

Schnee nicht in Sicht

Am Freitag könnte es dann sogar bis zu neun, am Wochenende gar bis zu zwölf Grad warm werden. Die Sonne lässt sich kaum blicken, dafür regnet es kräftig. Am Samstag kommt starker Westwind auf, der sich zwar am Sonntag etwas legt – doch es bleibt nass. Also ein eher schauriges Wochenendwetter? „Ja, draußen wird’s bissel ungemütlich“, räumt Pfaffenzeller ein, der eigentlich ein begeisterter Skipisten- und vor allem Loipenbesucher ist. „Und Schnee ist nicht in Sicht.“ Doch für ihn dennoch kein Grund zur Traurigkeit: „Auf der Couch ist es doch am Sonntag auch mal schön.“ Einverstanden.

Info: Wetterstatistik auch unter morgenweb.de/wetter-des-monats