Mannheim

Höchste Zeit zum Handeln

Archivartikel

Schon in den 1990ern, darauf macht uns ein Leser aufmerksam, schrieb die Mannheimer Fire-A-Band das Punklied „Rattenstadt“. Und über die vielen Nager in der Innenstadt ärgern sich Geschäftsleute und Anwohner seit Jahren. Aber sollte das etwa ein Grund sein, nichts dagegen zu tun? Nach dem Motto „Hat es immer schon gegeben“?

Aktuell gibt es speziell auf dem Paradeplatz, das kann ein Jeder am späten Abend beobachten, eine regelrechte Rattenplage. Peinlich für die Stadt, schädlich für Gastronomie und Einzelhandel, wegen der Krankheitserreger gefährlich für die Bürger.

Klar: Schuld daran sind Menschen, die Essensreste liegenlassen. Doch das entbindet die Stadt nicht von ihrer Verantwortung für die Allgemeinheit, da gegenzusteuern. Indem man Ratten etwa Unterschlupfmöglichkeiten wie Bodendecker nimmt und verstärkt Köderfallen aufstellt.

Zu hoffen, an kühleren Tagen mit weniger belebtem Paradeplatz werde das Problem bald verschwinden, wäre naiv. Eine Ratte bekommt vier bis sechs Mal im Jahr jeweils durchschnittlich sieben Junge. Da muss man kein Mathematikweltmeister sein, um die Folgen ungebremster Vermehrung zu erahnen. Und ist erst wieder Weihnachtsmarkt, wartet auf die Nager ein Festmahl.