Mannheim

Psychologie Unis führen neues Zulassungsverfahren ein

Höhere Chancen auf Studienplatz

Die Universitäten Mannheim, Heidelberg, Freiburg, Tübingen und Ulm führen ab dem Wintersemester 2020/2021 ein neues Studierendenauswahlverfahren für den Bachelorstudiengang Psychologie ein. Neben der Abiturnote kann ein Studieneignungstest künftig die Chance auf einen Studienplatz erhöhen. Für den Test ist eine Anmeldung erforderlich. Der Anmeldezeitraum läuft bis zum 14. Februar 2020, teilten die Universitäten mit.

Jedes Jahr ist die Zahl der Bewerber auf einen Studienplatz im Fach Psychologie viel höher als die Anzahl an Studienplätzen: An der Universität Mannheim bewarben sich fürs laufende Wintersemester 2300 Kandidaten auf 110 Plätze. Entsprechend hoch ist der Numerus clausus für Psychologie. Bisher hatte das zur Folge, dass Interessierte mit weniger guten Abiturnoten fast keine Chance auf einen der begehrten Studienplätze hatten. In Mannheim lag die Durchschnittsnote der eingeschriebenen Erstsemester bei 1,5.

Eine Auswahl nur anhand der Abiturnote? Verfassungswidrig, entschied das Bundesverfassungsgericht im Dezember 2017 für Studiengänge in der Medizin und forderte, dass künftig weitere Auswahlkriterien eingesetzt werden müssen, die unabhängig von der Abiturnote den Studienerfolg vorhersagen. Das Urteil hat zur Folge, dass die Grundlagen der Studierendenauswahl neu geregelt werden müssen – nicht nur für die Medizin, sondern für viele weitere Studiengänge.

„Eine kleine Revolution“

Für den Bachelorstudiengang Psychologie ist daraus ein Studierendenauswahlverfahren entstanden, das ab 2020 an den beteiligten Universitäten in Baden-Württemberg eingesetzt wird. Erstmalig an Universitäten in Deutschland kommen bei der Vergabe von Studienplätzen Tests als Zulassungskriterium zum Einsatz, die die bisherige Auswahlpraxis auf Basis der Abiturnote ergänzen. „Für uns im Fach Psychologie ist das eine kleine Revolution bei der Studienplatzvergabe“, sagt Oliver Dickhäuser, Professor für Pädagogische Psychologie, der in Mannheim das Projekt leitet.

Das Verfahren setzt sich aus dem in Mannheim und Freiburg entwickelten Online Self-Assessment (OSA-Psych) sowie dem fachspezifischen Studieneignungstest zusammen. Die Teilnahme an einem Self-Assessment ist in Baden-Württemberg verpflichtend, wenn man sich auf einen Studienplatz bewerben möchte. Der zweite Teil besteht aus dem fachspezifischen Studieneignungstest (STAV-Psych). Der freiwillige Test besteht aus fünf Bereichen: schlussfolgerndes Denken (verbal, numerisch und figural), Mathematik, Biologie, Englischverständnis und Psychologieverständnis. 

Info: Weiterführende Informationen: www.stav-psych.de 

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