Mannheim

Friesenheimer Insel Langwieriger Feuerwehrweinsatz nach Brand in MVV-Biomassekraftwerk

Holzreste in Flammen

Archivartikel

Kräftezehrende Löscharbeiten in großer Hitze: Bis in die Abendstunden dauerte am Dienstag ein Großeinsatz der Feuerwehr im Biomassekraftwerk der MVV Energie AG. Dort stand ein Silo mit Holzhackschnitzeln in Flammen und sorgte für eine weithin sichtbare Rauchwolke. Anwohner wurden aufgefordert, vorsorglich Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Gegen 11.30 Uhr alarmieren MVV-Mitarbeiter die Feuerwehr. Zwei Arbeiter atmen anfangs zu viel Qualm ein, müssen wegen Rauchgasvergiftung ambulant behandelt werden. Doch sofort räumt die MVV die Anlage, stellt den Betrieb ein.

Dach durchgebrannt

Die Feuerwehr rückt zunächst mit zwei Löschzügen der Berufsfeuerwehr und einem zusätzlichen Tanklöschfahrzeug an. Sofort werden Schläuche verlegt, zwei Drehleitern ausgefahren. Von ihnen aus kühlen die Feuerwehrleute die Wand des Behälters, spritzen durch Öffnungen auch in ihn hinein. Binnen kurzer Zeit brennt nämlich das dünne Metalldach des über 20 Meter hohen Silos durch, bleibt nur ein Gerippe übrig. Schnell wird aber auch der anfangs schwarze Brandrauch weiß – sprich: Es ist nur noch Wasserdampf von den Löscharbeiten.

Die Umweltspezialisten der Freiwilligen Feuerwehr Neckarau sind mit zwei Messfahrzeugen unterwegs, stellen aber keine erhöhte Schadstoffbelastung fest. Dazu kommen Ehrenamtliche der Abteilungen Innenstadt, Nord und Wallstadt, um die Berufsfeuerwehr zu unterstützen und dann abzulösen. Zeitweise sind bis zu 65 Feuerwehrleute vor Ort. Denn der Einsatz zieht sich hin. Zwar ist das Silo laut MVV nur zu etwa einem Drittel voll, was etwa 2500 Kubikmeter bedeutet.

„Aber wir müssen die Holzschnitzel ausräumen, dann im Freien einzeln ablöschen“, erläutert Simon Berger vom Führungsdienst der Feuerwehr die aufwendigen Arbeiten. Dabei hilft die MVV mit einem Radlader. Feuerwehrleute verteilen die verklumpte, verkohlte Holzmasse auf dem Boden des Lagerplatzes, löschen mit Strahlrohren langsam alle Glutnester. Dazwischen sorgen ehrenamtliche Helfer der Johanniter für Getränke und Essen, die Freiwillige Feuerwehr Feudenheim besetzt die leere Feuerwache.

Die genaue Brandursache ist unklar, die Polizei geht derzeit aber von Selbstentzündung aus. Die Höhe des Sachschadens ist ebenso noch offen.

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