Mannheim

Buch Christian Rotter aus dem Sportressort dieser Zeitung lässt in "111 Gründe, die Adler Mannheim zu lieben" viele Erinnerungen aufleben

Hommage an das Mannheimer Eishockey

Archivartikel

Mannheim.Für manche ist es ein liebgewonnenes Hobby, für andere mehr als das. Einige wüssten mit ihren Wochenenden überhaupt nichts Sinnvolles anzufangen, gäbe es nicht die Eishockey-Spiele der Mannheimer Adler in der SAP Arena. Aber von Liebe sprechen? Geht die Beziehung zwischen Fans und Club wirklich so weit? Christian Rotter aus dem Sportressort dieser Zeitung hat sogar "111 Gründe, die Adler Mannheim zu lieben" gefunden. Das mehr als 400 Seiten starke Buch aus dem Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf ist in diesen Tagen erschienen und kann auch in den Kundenforen dieser Zeitung gekauft werden.

Weshalb besitzen die Kufencracks der Kurpfalz-Metropole - erst als MERC, dann als Adler - eine so magische Anziehungskraft? Der Autor Christian Rotter liefert mit der "Liebeserklärung an den großartigsten Eishockeyclub der Welt" quasi die hochoffizielle Legitimation dafür, sich den Adlern mit Leib und Seele zu verschreiben.

Über die Anfänge des Mannheimer Eis- und Rollsport Clubs erfährt der Leser ebenso Erhellendes wie über die zahlreichen Höhepunkte, die der legendäre Friedrichspark erlebt hat. Ehemalige Spieler erzählen über ihre Beziehung zur Kultstätte. Stéphane Richer berichtet von seiner ersten Begegnung mit dem nach drei Seiten offenen Stadion und darüber, dass sich der Schreck erst langsam legte. Jochen Hecht schildert, dass es beim Gang in die Kabine ratsam war, die Schlittschuhe auszuschütteln, weil man damit rechnen musste, Ungeziefer darin zu finden.

Rotter hat in sein Werk eine große Recherchearbeit gesteckt, unzählige Telefonate geführt und auch Spieler in Nordamerika aufgetrieben, die in den 1980er Jahren für den MERC auf Torejagd gegangen waren - so wie Dave Silk, der Olympiasieger von 1980, als eine College-Auswahl der USA in Lake Placid völlig überraschend die UdSSR besiegte.

Von Lorenz über Cimetta zu Arendt

Natürlich darf Werner "Patschek" Lorenz genauso wenig fehlen wie Ronny Arendt "Hooligan" oder die Club-Retter Dietmar und Daniel Hopp. Die geniale Idee von Lance Nethery und Marcus Kuhl, nach dem "Bosman-Urteil" neue Wege zu gehen und so die Liga mit der magischen Mannschaft der späten 1990er Jahre zu überraschen, wird ebenso beleuchtet wie persönliche Schicksale: So schildert Stürmer Rob Cimetta seine dramatische Flucht aus dem Südturm des World Trade Centers am 11. September 2001.

Bei den Erinnerungen an den viel zu früh gestorbenen Torhüter Robert Müller trifft der Autor den richtigen Ton, um diese starke Persönlichkeit zu würdigen. Eingefleischte Fans der Adler werden selbst Erlebtes in neuem Licht bewerten oder sich einfach mit einem Schmunzeln zurückerinnern.