Mannheim

Reaktionen 91-Jährige dankt für Film zur Breiten Straße

„Ich hatte Tränen in den Augen“

Sie ist 91 Jahre alt. Aber das war ihr dann doch wichtig genug, eigens einen Brief zu schreiben – von Hand, vier Seiten lang: Rosalinde Kaufmann. Die in der Serie „Filmschätze“ veröffentlichten Aufnahmen einer Fahrt mit der Straßenbahn durch die Breite Straße zur Friedrichsbrücke in den 1920er Jahren haben bei ihr „tiefe Momente der Erinnerung“ geweckt: „Ich hatte heute Morgen Tränen der Rührung in den Augen“.

Zu sehen ist etwa das Fotogeschäft in K 1 – dort sind sie und ihr Mann als Brautpaar aufgenommen worden, nach dem Krieg. „Mannheim war zu 85 Prozent zerstört. Die Zeit war für uns junge Leute einfach zu schwer“, denkt sie zurück. Der „Felsen-Keller“ in K 1 bot etwas Abwechslung („Da spielten damals originale Menschen, mit ihren eigenen Händen machten sie Musik“) und das Theater in der „Schauburg“. „Wir waren die Generation, die das Leben ernst nehmen musste – denn auf alles, was die Jugend so schön macht, wir mussten verzichten“, so Kaufmann. Auch an den Holz-Überweg, der anstelle der gesprengten Brücke stand, erinnert sich die Rentnerin aus der Neckarstadt in ihrem Brief.

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