Mannheim

„Immer ganz gute Antworten“

Schlagfertig und wortgewandt – das war Fips Rohr. In Mannheim sagt man zu einem solchen Typen: „Der ist nedd uff de Mund gfalle.“ Am 19. Januar 1969 gewann der VfL Neckarau mit Rohr als Trainer nach fünf sieglosen Spielen in der Regionalliga Süd (damals 2. Liga) gegen die Stuttgarter Kickers nach 0:2-Rückstand noch 3:2.

SDR-Reporter Günter Wölbert, der später in Köln auch die ARD-„Sportschau“ moderierte, fragte nach dem Spiel in einem Interview: „Haben Sie in den vergangenen Wochen mal daran gedacht, dass der Verein Sie entlassen könnte?“ Rohrs trockene Antwort: „Der Verein kann mich nicht entlassen, denn ich habe gar keinen Vertrag.“ Das saß, Wölbert war sprachlos. Der jüngste Sohn Gernot – heutzutage darauf angesprochen – schmunzelt: „Unser Fips hatte immer ganz gute Antworten drauf.“

Ein Mann der Tat

Rohr war ein Mann der Tat, der sich etwas einfallen ließ und handelte, wenn’s drauf ankam. Als der SV Waldhof 1974 Jugendnationalspieler Bernd Förster, als Außenverteidiger eine Säule im Team, mitten in der Vorrunde an den FC Bayern verkaufte, machte Fips Rohr als Trainer das Beste draus: Sohn Gernot (21), nach einer Kreuzbandverletzung bei den Bayern aufs Abstellgleis geraten, kam im Tausch mit Förster zum SVW, wobei die Münchner noch eine hübsche sechsstellige Summe als Ablöse hinlegten. Für den heutigen Nationaltrainer Nigerias, Gernot Rohr, war es die Initialzündung zu seiner späteren Karriere in Frankreich.

Vater Fips hatte auch dafür gesorgt, dass Gernot überhaupt zu den Bayern ging, denn auch der HSV, Eintracht Frankfurt, der FCK oder der VfB Stuttgart waren 1972 an dem 18-Jährigen interessiert. Fips: „Du gehschd zu de Bayern, des is de beschde Verein in Deutschland.“ Lozu