Mannheim

In Beziehung bleiben

Beziehungen prägen unseren Alltag. Ohne sie würden wir uns einsam fühlen und oftmals hilflos, das merken wir gerade jetzt, dass Beziehungen zwischen Menschen lebenswichtig sind. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und überlegen Sie einmal, wie viele Beziehungen Sie führen? Ich meine nicht nur die Beziehungen zu Ihrem Partner, Ihrer Partnerin, sondern all Ihre Beziehungen zu Menschen, vielleicht auch zu Tieren, die Ihnen wichtig sind, mit denen Sie in Verbindung stehen. Sind es fünf, zehn, zwanzig oder viel mehr?

Was schätzen sie an dieser Beziehung? Was machen diese Beziehungen aus? Warum tun diese Beziehungen so gut? Und wenn Sie weiterdenken, wie viele Beziehungen führen wir mit Menschen, zu denen wir eher ein zerbrochenes Verhältnis haben, wo die Beziehung untereinander vielleicht gestört ist?

Kleine Aufmerksamkeiten

Es kann viele Gründe geben, sei es jetzt durch die Corona-Pandemie, aus denen Beziehungen weiterhin zu halten erschwert werden, weil kein persönlicher Kontakt möglich ist, aber auch durch ganz andere Dinge, weil ein Streit vorausging, oder aber auch, weil Sie nicht einer Meinung waren, oder die Person Sie verletzt hat.

Beziehung zu leben ist gar nicht so einfach. Da braucht es ein gutes Gespür, und es heißt immer wieder, an Beziehungen zu arbeiten, sei es durch Gespräche, kleine Aufmerksamkeiten, ein liebes Wort, eine Umarmung, ein Anruf, ein klärendes Gespräch, eine Postkarte aus dem Urlaub, eine Handynachricht „wie schön, dass es Dich gibt“.

In der Bibelstelle am Sonntag, Mt 10, 37-72, geht es auch um Bindungen und Beziehungen, vor allen in der Familie, aber auch um die besondere Beziehung mit Jesus. Wenn Sie jetzt noch einmal überlegen, welche Beziehung haben Sie zu Jesus? Was unterscheidet Sie von der Beziehung zum Beispiel von ihrem Partner oder Partnerin oder einem Freund? Wie ist ihre Beziehung zu Jesus? Gibt es überhaupt eine? Ist sie eine ganz besondere, oder eher gestörte oder zerbrochene Beziehung, und woran liegt das? Was würde es brauchen, um die Beziehung zu beleben, zu versöhnen, oder wieder mehr in den Blick zu nehmen?

Vielleicht sind das die Fragen, die uns helfen, diese Beziehung mal wieder in unseren Blick zu nehmen. Jesus kennt und liebt uns schon, bevor wir überhaupt geboren sind. Er ist eine besondere und wichtige Beziehung in meinem Leben, auch wenn wir sie nicht immer spüren können. Er ist da, und er will mit uns in Beziehung sein.

Und diese Beziehung kann so intensiv sein, dass sie auch das schenken kann, was menschliche Beziehungen schenken, wenn wir es nur zulassen!

Doch wie beginne ich solch eine Beziehung zu Jesus? Unentbehrlich ist dabei der direkte Kontakt zu Jesus. Gespräche, Gebet fördern die Beziehung. Ich kann ihm meine Fragen stellen, ihn bitten, mir Verständnis für das zu geben, was in der Welt gerade geschieht und was mich traurig macht. Wichtig ist, damit zu rechnen, dass Gott im Alltag zu mir sprechen will. Manchmal tut er das durch andere Menschen, vielleicht auch gerade Menschen, die mit uns keine Beziehung haben. Oder er spricht zu mir durch einen Bibelvers, oder Spruch, der mir ins Auge fällt, oder durch das Gespräch mit anderen Menschen. Gehen Sie mal auf Entdeckungstour und bleiben sie in Beziehung!

Gemeindereferentin Eva-Maria Ertl, Katholische Kirchengemeinde Mannheim St. Martin

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