Mannheim

Kirche Mannheimer Ministranten erleben bei Wallfahrt in Rom auch Papst Franziskus – teilweise sogar ganz nahe

„Irgendwie ein cooler Typ“

Ein Meter war er höchstens entfernt: Einige Mannheimer Teilnehmer der Internationalen Ministranten-Wallfahrt, die in dieser Woche rund 60 000 Jugendliche in Rom zusammenführt, konnten bei der Papstaudienz den Pontifex ganz nah erleben. „Er ist irgendwie ein cooler Typ“, hat es Miriam Saile, Ministrantin aus der Pfarrgemeinde St. Laurentius in Käfertal, empfunden.

Ein bisschen Glück, ein bisschen Gedränge – so haben die 19-Jährige aus Käfertal, ihre Schwester Anna (17) und noch ein paar weitere Ministranten der Seelsorgeeinheit Maria Magdalena es geschafft. Plötzlich standen sie ziemlich weit vorne auf dem Petersplatz, wo der Heilige Vater vorbeifuhr. „Der war natürlich nicht ansprechbar, aber alle haben gejubelt, es war schon ein Highlight und toll, ihn mal so nah zu sehen“, so Miriam Saile. Als jemand einen Luftballon in seine Richtung geworfen habe, hätte Franziskus ihn einfach zurückgeworfen. „Er wurde gefeiert wie ein Rockstar, dabei ist er auch nur ein Mensch, aber es war schon toll“, denkt sie gerne daran zurück.

„Man hat nur seine Ansprache schwer verstanden, er war leise, es war alles sehr laut“, bedauert zwar Anna Saile. Doch es habe „sich gelohnt, sich so weit vorzukämpfen, um ihn mal so nahe zu sehen“, so die Ministrantin aus Käfertal. Gemeinsame Fotos sind den Mannheimern aber keine gelungen, es ging alles einfach zu schnell.

Blick über die Heilige Stadt

Auch Felix Jendritzka hatte Glück, der Stelle ziemlich nahe zu kommen, an der Franziskus während der Audienz vorbeifuhr. „Man begreift das erst gar nicht so richtig. Da ist so eine große Persönlichkeit, die man sonst nur auf Fotos sieht, die plötzlich so ganz nah vorbeifährt“, so der 14-jährige Ministrant aus der Pfarrei St. Peter: „Da muss man wirklich erstmal schlucken, das realisiert man im ersten Moment alles gar nicht“, so Jendritzka: „Sehr weise, sehr überlegt, sehr wohlgesonnen“ erschien ihm der Heilige Vater, das sei „schon irgendwie berührend“ gewesen. „Ein schönes Gefühl“ war es ebenso für Fabian Girke (14), ebenso von St. Peter, als der Wagen mit ihm die Ministrantengruppe passierte: „Er ist schnell durchgefahren, aber es war aufregend!“

Nicht ganz so nah hat Maximilian Hartlieb den Papst erlebt. „Es war sehr heiß, wir mussten schon drei Stunden anstehen, wollten uns nicht vordrängeln“, erzählt der 18-jährige Ministrant aus der Pfarrgemeinde St. Hildegard von der Seelsorgeeinheit Mannheim Nord. Doch obgleich er weiter weg war, „sehr beeindruckend“ erlebte er Franziskus dennoch: „Er sagte, er stehe im Schatten, aber wir in der Sonne, das fand ich sehr empfindsam.“

Aber auch jenseits der Papstaudienz bot die Wallfahrt für die Mannheimer Ministranten besondere Erlebnisse. „Wir haben in einem Restaurant Rabatt bekommen, mussten für 30 Leute nur 700 statt 1800 Euro zahlen – für ein Menü“, erzählt Hartlieb, wie gastfreundlich die Römer die jungen Katholiken aufgenommen haben. Felix Jendritzka hat den Blick von einem Aussichtspunkt genossen und fünf Kirchen an einem Tag besucht, Fabian Girke fand die Aussicht oben von der Kuppel des Petersdoms über die Heilige Stadt „das absolute Highlight“: „Da hat man rundum alles von Rom gesehen, einfach toll, der Blick!“

Für Miriam Saile war dagegen der Höhepunkt, dass sie jemand wiedertraf, den sie vor vier Jahren in Taize kennenlernte. Ihre Schwester, bei der Wallfahrt in Rom 2014 schonmal dabei, hat nun „alles ganz anders erlebt, denn man ist ja jetzt in einem ganz anderen Lebensabschnitt“. „Es hat sich in jedem Fall gelohnt, mitzufahren“, so Anne Saile. Das bekräftigen aber alle Ministranten: „Es ist anstrengend und heiß, aber lohnt sich. Wir haben schon ganz viel von Rom gesehen!“, so Maximilian Hartlieb, „und man trifft viele Ministranten aus anderen Bistümern, kann sich mit denen austauschen!“ „Es ist eine tolle Stimmung hier, sehr gelöst, das spürt man überall“, bestätigt Miriam Saile: „Sehr schön!“