Mannheim

Suezkanal Seit 2008 war die Unterführung zwischen den Quadraten und dem Lindenhof mehrfach unpassierbar / Rückblick auf die Arbeiten

Jahrelange Sperrungen in der Tunnelstraße

Archivartikel

Als es im Januar 2001 zu einer unvorhergesehen langen Sperrung des Suezkanals kam, weil sich Bohrarbeiten für Glasfaserkabel schwieriger gestalteten, als von den Planungsingenieuren angenommen, konnte noch niemand ahnen, dass die Verkehrsunterbrechungen einmal monate- und sogar jahrelang dauern würden. 2001 regte sich Unmut, weil die Unterführung für wenige Wochen nicht durchfahrbar war.

Im Mai 2008 begann dann wegen des Baus des Euro-City-Centers West (ECCW) am Hauptbahnhof die bis dahin längste Sperrung des Suezkanals: Gut eineinhalb Jahre lang, bis Ende 2009, war die Unterführung für Autofahrer und zeitweise auch für Fußgänger und Radfahrer blockiert. Gebaut wurde damals die Zufahrt zur Tiefgarage des ECCW und die Brücke der Auffahrt zum Beckebuckel. Zudem wurde bis 2009 die zweispurige Zufahrt der Tiefgarage zur Bismarckstraße hergestellt.

Mehr als 3000 Unterschriften

Im Januar 2014 kündigte die Bahn dann größere Bauarbeiten an: Von September 2014 bis kurz vor Weihnachten 2017 – also gut drei Jahre lang – wurde die Tunnelstraße für Autofahrer gesperrt, für Fußgänger und Radfahrer wurden damals bereits mehrere, jeweils mehrwöchige Verkehrsunterbrechungen angekündigt. So blieb die Unterführung beispielsweise von Januar bis März 2017 komplett gesperrt.

Die Bahn erneuerte im Hauptbahnhof Gleise und Weisen und baute neue Bahnsteige für den S-Bahn-Betrieb. Bei der Gelegenheit wurden die betroffenen Teile der Tunnelstraße ebenfalls erneuert. Lindenhöfer Bürgern reichte es zu diesem Zeitpunkt längst: Sie hatten bereits zum Jahresende 2015 mehr als 3000 Unterschriften gesammelt und forderten, die Unterführung zumindest in den Bauphasen, in denen nicht im Tunnel gearbeitet wird, zumindest zeitweise für den Verkehr freizugeben.

Änderungen im Glücksteinquartier

Ohne Erfolg, wie sich rasch herausstellte: Kurz darauf, nämlich Anfang 2016, gab die Bahn bekannt, dass ab 2022 der dritte Abschnitt des Suezkanals erneuert werden sollte. Zu einer weiteren Verkehrsunterbrechung im Suezkanal war es erst kürzlich gekommen. Diesmal allerdings war die Bahn nicht beteiligt. Von April bis Juli dieses Jahres wurde die Straßenunterführung gesperrt, weil die neue Glücksteinallee auf dem Lindenhof an die Ausfahrt des Suezkanals und die Auffahrt zur Lindenhof-Überführung angeschlossen werden musste. Seit Anfang August ist die Unterführung wieder frei, weitere Sperrungen sind weder von Stadtverwaltung noch von der Bahn beabsichtigt – bis Ende 2021. Die geplante Erneuerung der Unterführung wird den Bahn-Angaben zufolge bis 2024 dauern.

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