Mannheim

Wolfram Köhler Bürgermeister, Musiker, Axel-Schulz-Manager

„Jeder muss sein Ding machen“

Sagt man seinen Namen – dann grinst jeder. Nicht spöttisch. Nicht hämisch. Nein. Wolfram Köhler hat ein Bild in den Köpfen der Riesaer hinterlassen. Als Liedermacher, Oberbürgermeister von Riesa, sächsischer Staatssekretär, Songschreiber für Heino und Sportmanager für den Ex-Boxer Axel Schulz wurde er bekannt. Er hat die Kultur geprägt, den Sport in Riesa großgemacht. Einige sagen, mit ihm sei alles besser gewesen. Da zögert er aber. Am Telefon konnte der „MM“ Kontakt zu ihm aufnehmen. Der 51-Jährige lebt heute in Florida. „Da gibt es solche und solche Stimmen. Man muss immer die Zeit sehen, in der man dort war – jeder muss sein Ding machen“, sagt er mit leichtem Berliner Dialekt. „Das, was heute in Riesa stattfindet, hat ja mit mir nichts mehr zu tun.“

Vieles erneuert und aufgebaut

Köhler war bis 1987 Liedermacher in der DDR. Aus politischen Gründen musste er in die Bundesrepublik ziehen, moderierte dort bei einem Ludwigshafener Radiosender, lebte in Mannheim am Alten Meßplatz. Im Zusammenhang mit der Städtepartnerschaft ging der Liedermacher 1990 in die sächsische Elbestadt. Geboren ist er in Templin, großgeworden in Prenzlau. Ein Interview, damals im „MM“, habe ihm 1990 fast den Kopf in Riesa gekostet, erzählt er. „Ich hatte gesagt, dass wir notfalls Grundstücke verkaufen, um die Kultur zu finanzieren. Das kam nicht überall an.“ In Riesa war er immer der Mannheimer, obwohl er hier nur zweieinhalb Jahre gelebt hat, sagt er.

Nach wie vor betreut er Axel Schulz von Florida aus. Deutsche Nachrichten schaut er immer noch. In Riesa denkt man gern an ihn zurück. Wegen seines Engagements, die Olympischen Spiele nach Sachsen zu holen, sei dort vieles erneuert und aufgebaut worden. jor

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