Mannheim

Straßenfest Bei der Feier auf dem Ehrenhof unterhalten Bands und Künstler das Publikum - das regnerische Wetter trübt die Stimmung allerdings ein wenig

"Jeder soll so sein können, wie er ist"

Kaum hat die Demonstration des Christopher Street Day das Schloss erreicht, geht es mit den Feierlichkeiten weiter. Beim Straßenfest im Hof haben viele teilnehmende Vereine ihre Infostände aufgebaut. Am späten Nachmittag sind freie Plätze auf den Bänken Mangelware. Lediglich das launische Wetter sorgt dafür, dass manch einer schon früher als geplant den Heimweg antritt.

Der harte Kern lässt sich davon jedoch nicht beirren. Gut gelaunt lassen sich die Gäste von der ausgelassenen Stimmung mitreißen. Auch für Romantik ist viel Platz: Gleichgeschlechtliche Paare nehmen einander in den Arm, laufen Hand in Hand oder küssen sich.

Mit einem bunten Bühnenprogramm unterhält der CSD Rhein-Neckar, Veranstalter der Demo und des Straßenfestes, die mehreren tausend Feiernden. Sängerin Wanda Kay begeistert mit Songs wie "Simply the Best" und "Don't leave me this way". Der italienische Sänger Alex Palmieri bringt südländisches Temperament auf den Platz, außerdem treten Maksim Reimer & Band, Sänger Holger Edmaier und die Band We are Diamonds auf. Eine Dragshow liefert Electra Pain, Gene Pascale unterhält mit Travestie. Den Abschluss bildet DJ Sean Baker mit Hits von Felix Jähn bis Fedde le Grande.

Das Glitzer-Make-Up sitzt noch immer tadellos. "Zum Schminken habe ich zwei Stunden gebraucht", sagt Amanda und lacht. Beni ist erst seit kurzem da. "Ich komme gerade von Mykonos zurück", sagt er. "Hier ist es fast genauso gut." Carina und Regine stoßen auf den CSD an. "Wir sind seit 15 Uhr hier", sagt Carina. "Es ist super." Taylan hätte sich ein wenig mehr Besucher gewünscht.

"Ich denke, das liegt aber am Wetter", sagt sein Freund Oscar. Isabella feiert mit ihrem Mann. "Der DJ ist super", lobt sie. Sie findet es außerdem gut, dass Hetero- und Homosexuelle, Paare, Singles und auch Familien hier gemeinsam feiern. "Es sollte die Regel sein, dass jeder so sein kann, wie er ist - ohne dafür schief angeschaut zu werden." cap