Mannheim

Joker im Team der Reporter

Im Newsroom des „Mannheimer Morgen“ herrscht jeden Vormittag reges Treiben – eine Konferenz folgt der nächsten, Themen werden mit Seitenplanern, Redakteuren, Korrespondenten und Partnerzeitungen, etwa der „Schwetzinger Zeitung“, oder dem „Südhessen Morgen“, abgestimmt. Um kurz nach 10 Uhr kommen die für die Ressorts „Politik“, „Wirtschaft“ und „Aus aller Welt“ zuständigen „Welt“-Reporter zusammen und besprechen, mit welchen Inhalten die entsprechenden Seiten in der morgigen Ausgabe bestückt werden.

Einer dieser Reporter nimmt dabei die Rolle des „Ad-hoc“-Dienstes ein. Er ist so etwas wie der Joker im „Welt“-Reporterteam dieser Zeitung, das aus sieben Redakteuren und zwei Volontären (Redakteure in Ausbildung) besteht. Alle „Welt“-Reporter haben ihren eigenen regionalen Zuständigkeitsbereich, über den sie Leserinnen und Leser dieser Zeitung informieren. Der täglich wechselnde Ad-hoc-Reporter hingegen agiert flexibel, wenn Nachrichten aus Gebieten aufkommen, die nicht an einen Redakteur gebunden sind. „Der Ad-hoc-Reporter ordnet nationale und internationale Ereignisse aus Politik und Wirtschaft ein und erklärt, welche Auswirkungen diese auf Menschen in unserer Region haben“, erklärt Marco Pecht. Er koordiniert zusammen mit Manfred Loimeier als Leiter des Newsrooms alle am Tag eingehenden relevanten Nachrichten.

Gesprächspartner finden

„Das Spannende am Ad-hoc-Dienst ist, dass man morgens nicht weiß, was einen erwartet“, erklärt Reporterin Madeleine Bierlein. Weil Recherchen tagesaktuell sind und nicht über mehrere Tage hinweg stattfinden, steht der Ad-hoc unter besonderem Druck. „Manche Gesprächspartner können so schnell keine Auskunft geben,“ sagt Bierlein. Dann müsse der Ad-hoc einen anderen, gleichwertigen Gesprächspartner recherchieren oder einen anderen Dreh der Geschichte finden – ohne Sorgfalt und Ausgewogenheit der Recherche zu vernachlässigen.

Nicht nur das Recherchieren gehört zu den Aufgaben des Ad-hoc. So kommt es auch vor, dass der Reporter kurzfristig erkrankte Kollegen im Planungsdienst vertritt – und die Nachrichtengewichtung auf den Seiten „Politik“, „Wirtschaft“ oder „Aus aller Welt“ verantwortet. So trage der Ad-hoc in verschiedenen Formen „wesentlich zur Handschrift des Mannheimer Morgen bei“, erklärt Pecht. Sebastian Koch

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