Mannheim

Soziales Organisationen stellen sich im „Herzen Mannheims“ vor / Später Diskussion mit Stadträten über Zuschüsse

Jugendverbände präsentieren sich auf dem Paradeplatz

Archivartikel

Ihre Vielfalt zeigen - das wollen die Jugendverbände in Mannheim. Denn ihrer Auffassung nach sind sie und ist deren Arbeit und Engagement in der Stadt einfach noch zu unbekannt. „Uns ist wichtig, einmal im Jahr in den öffentlichen Raum zu gehen. Ins Herz Mannheims“, sagt die Geschäftsführerin des Mannheimer Stadtjugendrings, Karin Heinelt. Einmal im Jahr Gesicht zeigen. Einmal im Jahr präsent sein. Am 6. Juli stellen sich die 33 Mannheimer Jugendverbände auf dem Paradeplatz vor. Von 13 bis 16 Uhr. Am Tag der Verbandsjugendarbeit.

Verantwortung und Zielführung

„Wir wollen zeigen, welche Verbände es gibt und vor allem, wie viele Jugendliche wir damit erreichen“, erklärt die Vorsitzende des Stadtjugendrings, Elina Brustinova. 40 000 sind es an der Zahl. „Und wir merken leider immer wieder, dass unsere Arbeit, die ehrenamtliche Betätigung und unser Name noch nicht überall ein Begriff ist“, sagt Heinelt.

Seit mehr als 70 Jahren gibt es den Verein, der sich aus den vielen autonom agierenden Verbänden zusammensetzt. Die Jugendlichen organisieren sich laut der Jugendbildungsreferentin Ariane Graske selbst. Das heißt, sie wählen einen eigenen Vorstand, planen und leiten ihre Gruppenstunden, übernehmen Verantwortung.

„Das ist auch genau der Punkt“, erklärt Heinelt. „Die Kinder und Jugendlichen erfahren hier neben der formalen Bildung etwa über die Umwelt, Politik oder die Gesellschaft auch eine nonformale Bildung: Verantwortung, Organisation, Zielführung.“ Dabei wachse man an seinen Aufgaben. „Und seit den Freitagsdemonstrationen der Jugendlichen wissen wir, dass sie definitiv Verantwortung übernehmen und politisch aktiv sind.“

Der Tag der Jugendverbandsarbeit ist quasi in drei Teilbereiche gegliedert. Da gibt es zum einen den Informationsteil. Hier stellen rund 20 Jugendverbände ihre Arbeit vor. „Das wird jedoch nicht strikt nach Verband getrennt“, erklärt Graske. „Sondern nach Kernthemen.“ (Siehe Infobox). Den Mitarbeitern in der Jugendarbeit ist nämlich wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen auch verbandsübergreifend arbeiten, sich kennenlernen, sich begegnen. „Deshalb haben wir geschaut, was alle Verbände miteinander verbindet“, sagt Graske.

Geld für Technik fehlt

Ein weiterer Part auf dem Paradeplatz werden Spieleaktionen sein. Ein Sinnesparcour, Schach für Einsteiger, eine Rollenrutsche oder Samenbomben von der Naturfreundejugend. „Der Rest bleibt eine Überraschung“, sagt die Geschäftsführerin Heinelt.

Ab 14 Uhr diskutieren Delegierte der Jugendverbände mit Stadträten. „Dieses jugendpolitische Gespräch ist aber eher weniger für die Öffentlichkeit bestimmt“, erklärt Heinelt. Denn: Technik, um etwa die Diskussion über Lautsprecher zu übertragen, kann sich der Stadtjugendring nicht leisten. Zuschüsse - das soll auch das große Thema des Gesprächs werden. Denn der Jugendring braucht Geld. „Seit 15 Jahren sind zum Beispiel unsere Zuschüsse für unsere Abteilung  der Mannheimer Inklusions-, Sprach- und Hausaufgabenförderung nicht erhöht worden“, sagt Heinelt. "Die Erhöhungen aus zurückliegenden Jahren bei den anderen Bereichen sind durch Tarifsteigerungen und Teuerungsrate längst aufgebraucht." Vor allem in der Geschäftsstelle, der Mannheimer Inklusions-, Sprach- und Hausaufgabenförderung, bei den Verbänden selbst und im Jugendkulturzentrum Forum fehle es massiv an Ressourcen.

„Wir können uns im Forum nicht mal mehr das Klopapier leisten“, sagt Heinelt. „Das Budget für solche Anschaffungen ist aufgebraucht.“