Mannheim

Paradeplatz Sparkasse und Boland eröffnen Café in D 1

Kaffee und Säfte statt Bargeld

Archivartikel

Mannheim.Noch etwas skeptisch beäugen vorbeilaufende Passanten das neu eröffnete Café, das gegenüber der Haltestelle Paradeplatz und neben der Hauptfiliale der Sparkasse Rhein Neckar Nord in D 1 liegt. Das „S-Café“, das seit Donnerstag geöffnet ist, ist nämlich kein Gewöhnliches. Wo früher das Immobiliencenter der Sparkasse seinen Sitz hatte, gibt es nun Kaffee, Säfte und Kuchen für den kleinen Geldbeutel. Im Innenraum bieten Holztische und Stühle Platz für 35 Gäste. Direkt an der Straßenbahnhaltestelle stehen weitere Tische: Wer dort Platz nimmt, kann direkt in die gegenüberliegende Sparkassenfiliale blicken.

Mit Café gegen Trinkertreff

„Wir wollten den Paradeplatz aufwerten und damit dem Problem mit den Obdachlosen entgegenwirken“, erklärt Volker Bagdadi von der Sparkasse Rhein Neckar Nord. Auch das Geldinstitut beklagte sich, neben mehreren Bürgervereinen, über den Trinkertreff am Paradeplatz. Besonders in der Hauptfiliale in D 1 hatten sich Kunden über Übernachtungsgäste und Trinker, die tagsüber vor dem Gebäude säßen oder dort urinierten, beschwert. Zwar hat die Stadt mittlerweile beschlossen, mit einem neuen Trinkerraum ab Mai 2020 im Jungbusch die Szene zu verlagern. Das Café soll zusätzlich mit seiner Außenbestuhlung Obdachlose, Trinker und Drogenabhängige daran hindern, sich vor D 1 zu setzen. Ein Sicherheitsmann aus der benachbarten Filiale soll das Café zusätzlich im Blick behalten.

Als Betreiber hat sich das Geldinstitut Gastronom Ronnie Boland ausgesucht, der prompt zusagte. Der Schotte betreibt seit 18 Jahren mit Michael Corell das Café „bolands“ in O 4. „Wir haben täglich geöffnet und bieten guten Kaffee für jedermann“, sagt Boland. Der Paradeplatz ist für ihn das Stadtzentrum. Er hofft auf viele Kunden, die für einen Kaffee verweilen wollen und setzt auf Selbstbedienung. Bei der Sparkasse ist man schon jetzt vom Café überzeugt und will dort auch das ein oder andere Kundengespräch führen. Am Eröffnungstag herrscht reger Betrieb: „So etwas hat hier gefehlt, sonst gibt es nichts in direkter Nähe zur Haltestelle“, findet Christa Scheuermann, die spontan mit ihrem Ehemann das neue Café testet.